CLOPPENBURG - „Beraten, beraten, beraten“ – darin sieht Joachim Kruse, Medienpädagogischer Berater des Landes Niedersachsen, die Zukunft der Medienzentren im Land. Am Mittwoch waren 28 Mitarbeiter aus Medienzentren aus einem Gebiet von Norden bis nach Osnabrück ins Cloppenburger Haus gekommen, um sich über die Zukunft der Medienzentren und die künftigen Aufgaben der Mitarbeiter zu informieren. Deutlich wurde: Die Zukunft ist online.

„Wir haben noch rund 15 000 Medien, aber vieles läuft schon heute online“, sagt Wolfgang Schröder, Medienberater im Cloppenburger Medienzentrum, dessen Ausstattung Schröder als „ausgezeichnet“ lobt. „Die Qualität von Unterricht ändert sich“, so Schröder. Der Lehrer werde immer mehr zum Moderator, der Wissen kanalisiert und strukturiert.

Wie die Zukunft, teils bereits die Gegenwart der Bildung in Schulen aussehen kann, demonstrierte Schröder an einem Whiteboard, eine interaktive digitale Tafel, die auch in zahlreichen Schulen des Landkreises bereits angeschafft worden sind. „Heute ist die Tafel ein pädagogisches Werkzeug“, sagte Medienpädagoge Kruse.

Aus den rund 500 Lizenzen, die das Land für Material aus dem gesamten schulischen Bereich gekauft hatte, können die Bildungseinrichtungen über den Suchdienst „Merlin“ – bereit gestellt vom Niedersächsischen Bildungsserver, der medienpädagogischen Beratung Niedersachsen und ihren kommunalen Medienzentren – direkt die Daten, die sie für den Unterricht gerade benötigen, auf ihre digitalen Tafeln laden.

Zur Demonstration wählt Schröder einen Film über Elektrizität aus, der direkt als Stream angezeigt wird, aber auch für eine mehrfache Nutzung komplett heruntergeladen werden kann. Schröder: „Wichtig ist, schnelle Leitungen zu haben.“ Auch im Bereich der Infrastruktur wollen die Berater künftig Ansprechpartner sein. Medienkompetenz ende aber nicht damit, Filme oder andere Daten schlicht herunterzuladen und zu zeigen. Zur Aufbereitung des Films kann der Lehrer Bilder aus dem Film herausschneiden, sie in ein neues Dokument transferieren, dazu weitere Informationen wie Texte oder Grafiken etwa aus dem Internet sammeln.

Wichtig dabei ist allerdings – auch darauf wurde hingewiesen –, dass alle Schüler mit der entsprechenden Software ausgestattet seien, damit sie nicht abgehängt würden.

  Das Medienzentrum, das derzeit noch an der Museumsstraße angesiedelt ist, zieht demnächst ins ehemalige Finanzamt um.

Reiner Kramer
Reiner Kramer Redaktion Münsterland (Stv. Leitung Cloppenburg/Friesoythe)