Cloppenburg - Auf eine Reise in die 133-jährige Geschichte der Buchhandlung Terwelp nahm der jetzige Inhaber Michael Terwelp die fast 40 Besucher im Haus der Senioren mit. Der Buchhändler war der letzte Gesprächspartner der Reihe „Wie wir wurden, wer wir sind“.
1887 übernahmen die damaligen Gebrüder Terwelp den Laden an der Lange Straße in Cloppenburg. Devotionalien, Heiligen- und Spitzenbilder sowie Rosenkränze und Kruzifixe machten damals den Großteil des Sortiments aus. „Gelesen wurde nicht viel in damaliger Zeit“, berichtete Terwelp, „die Zeit des Bücherkaufs startete erst so richtig nach dem Zweiten Weltkrieg“. Neben der Buchhandlung und Devotionalien betrieb Terwelp auch eine Druckerei, die 2001 aufgegeben wurde.
Das Sortiment wurde mit den Jahren erweitert, so dass die Buchhandlung zu Zeiten „Janoschs“ mit den entsprechenden T-Shirts zum Marktführer in Norddeutschland wurde. „Auch die ‚Didl-Maus‘ war damals der absolute Renner“, sagte Terwelp – „sehr zum Missfallen einiger ‚angesehener Bürger‘ Cloppenburgs“, gab er lächelnd zu.
Besonders das weibliche Publikum ermunterte Terwelp, die Produktpalette rund um die Accessoires beizubehalten. In der Buchhandlung stehen circa 15 000 Bücher. Das Leseverhalten und auch die Kundschaft hätten sich verändert, stellte der Buchhändler fest. Der Onlinehandel und der Konsum der E-Bücher sei deutlich zu spüren. Auch die Buchhandlung ist digital geworden – per Nachrichtendienst WhatsApp und online können Bücher bestellt werden, die am nächsten Tag geliefert würden. Das mache aber nur rund fünf Prozent aus.
Ein großes Lob spendete er seinen zurzeit 15 Mitarbeiterinnen, die sich engagiert, informiert und sachkundig zeigten, was viele Zuhörer aus dem Publikum bestätigten. Untermalt wurde die Talkrunde von Karin Dumstorff und Willi Wöste (Gesang und Gitarre). Die Reihe „Wie wir wurden, wer wir sind“ soll im Herbst 2020 fortgesetzt werden.
