CLOPPENBURG - Rund 700 Besucher haben am Mittwoch das zweite Fachforum Geflügelmast in der Münsterlandhalle in Cloppenburg besucht. Zahlreiche Aussteller präsentierten ihre neuesten Entwicklungen aus dem Bereich. „Der Tierschutz hat für uns hohe Priorität“, sagte Arendt Meyer zu Wehdel, Präsident der Landwirtschaftskammer Niedersachsen und selber Putenmäster, in seiner Begrüßungsrede. „Dieser Verantwortung stellen wir uns.“

Meyer zu Wehdel erinnerte an die verheerenden Folgen der Vogelgrippe H5N3, die im vergangenen Dezember zur Tötung von 570 000 Puten geführt hat. Der Vorbeugung von Tierseuchen komme ein hoher Stellenwert zu.

Rechtsvorschriften

Um das Risiko der Einschleppung und Weiterverbreitung von Krankheiten auf ein Minimum zu beschränken, habe der Gesetzgeber Rechtsvorschriften speziell für Geflügelhalter erlassen; etwa die Geflügelpestverordnung, die Hühner-Salmonellen-Verordnung oder die EU-Verordnung mit Hygienevorschriften über die Entsorgung von tierischen Nebenprodukten, führte Dr. Hermann Seelhorst vom Amt für Veterinärwesen und Lebensmittelüberwachung des Landkreises Cloppenburg aus. Höchstmöglicher Schutz werde aber nur erreicht, wenn „Biosicherheit auch tatsächlich von den Tierhaltern gelebt wird“, so der Veterinär.

Alternatives System

Ein wichtiger Punkt war auch die Tiergesundheit. Peter Vollmers, Hähnchenmäster aus Wiepenkathen bei Stade, stellte in seinem Fachvortrag ein in seinen Ställen praktiziertes alternatives Managementsystem vor. Die Grundidee dabei: Masthähnchen starten langsamer und legen durch eine angepasste Fütterung durch die Zugabe etwa von Weizen zu Beginn weniger zu. Auf die Tiere abgestimmt sind auch die Beleuchtung – Küken erhalten eine achtstündige Dunkelphase und eine zweistündige „Mittagspause“ – und das Stallklima. Zum Zeitpunkt der Schlachtung seien die Leistungen der Tiere auf dem Niveau normal gefütterter Hähnchen, ist Vollmers Erfahrung.

Untersuchungen

Zu ähnlichen Ergebnissen ist eine Untersuchung der Landwirtschaftskammer Niedersachsen in Zusammenarbeit mit der Fachhochschule Osnabrück gekommen. Auch hier wurde die Fütterung durch Zugabe von Weizen an den Mastverlauf angepasst, die Nährstoffgehalte wurden phasenweise reduziert. Resultat: Das Schlachtgewicht sei annähernd identisch gewesen, erläuterten Dr. Peter Hiller von der Landwirtschaftskammer und Professor Dr. Robby Andersson von der Fachhochschule Osnabrück.

Darüber hinaus seien allerdings Vitalität, Skelettierung und Fußballengesundheit deutlich verbessert. „Angepasste Fütterung kann beim Hähnchen in der Schwermast einen guten Beitrag zum Tier- und Umweltschutz leisten“, formulierte Hiller.