CLOPPENBURG - Die Dekoration spärlich, die Darbietung am Sonnabend in der Aula des CAG dagegen kann sich sehen lassen. Und das ohne Notenstress oder gar Aufgaben durch Lehrkräfte.
Sechs junge Theaterbegeisterte fanden sich zum eigenen Projekt zusammen und studierten Friedrich Dürrenmatts „Die Physiker“ ein. „Wir hatten beide den Drang zum Spielen“, erzählten Daniel Tiemerding und Theresa Wedemeyer noch vor dem ersten Vorhang. Zum einen fehlte es anfänglich an einem Spielort und Zweimanntheater wäre wohl auch nicht so toll gewesen, sagte Tiemerding, der den Newton spielte. „Wir wollten ein knackiges Stück, etwas Modernes spielen, so kamen wir auf ,Die Physiker’ und suchten dafür vier Mitspieler, die ein wenig Erfahrung auf der Bühne gesammelt hatten“, ergänzte wie einstudiert Wedemeyer, die die Rolle der Anstaltsleiterin Fräulein Dr. Mathilde von Zahrnd spielte. Mit Anja Belke als Möbius, Sebastian Holzer als Einstein, Elisabeth Meyer als Kommissar Richard Voß und Jennifer Ovelgönne als Schwester Monika Stettler fand sich ein gut aufeinander abgestimmtes Ensemble zusammen, das Doppelrollen nicht scheute.
Die heute noch aktuelle Geschichte Dürrenmatts ist einfach. Eine Kleinstadt. Ein Irrenhaus. Ein Raum. Ein Tisch und drei Stühle. Zwei Polizeibeamte. Und vor allem: eine Leiche. So beginnt das Stück mit einem brisanten Thema, der Beziehung zwischen Wissenschaft und Glauben. Dürrenmatt ein großer Fan der Gegensätzen: Kontraste zwischen Sein und Schein, der Heilanstalt und der Außenwelt, den Fakten der Physik und der Liebe der Charaktere setzen die Protagonisten gut in Szene. Kontraste zwischen Frust und Freude, naiven Handlungen und geplanten, Offenheit und Abgeschottensein, Ordnung und Unordnung. Für ihn ist klar: „Wer dem Paradoxen gegenübersteht, setzt sich der Wirklichkeit aus.“
Daraus entstehen beim Zuschauer viele Fragen, die von „Wie können wir die Wissenschaftler zwingen, Verantwortung zu übernehmen?“ bis zu der Frage „Was ist Schein, was ist Sein?“ reichen. Das Ende des Stückes ist für alle überraschend.
Die Vorstellung ist noch einmal am Donnerstag, 26. Juni, in der Roten Schule zu sehen.
