CLOPPENBURG - Ungebrochen scheint die Begeisterung an der plattdeutschen Sprache zu sein. So begrüßte Hans Osterbrink, Vorsitzender des Heimatvereins Cloppenburg, zum Plattdeutschen Kaminabend am Freitagabend im Dorfkrug des Museumsdorfs Cloppenburg wieder einmal rund 130 Gäste. Akteure des unterhaltsamen Abends waren die Gesangsgruppe „Die Viertakter“ und die Schrieverslüüe der Plattdütsche Warkstäe Stapelfeld.

Nach der traditionellen Einstimmung durch das gemeinsam gesungene Lied „Wi aale schnackt tauhope platt“ mit Akkordeonbegleitung von Paul Hemme und Theo Wiese brachten „Die Viertakter“ Katharina Abeln, Petra Ellmann-Sieverding, Herbert Macke und Josef Schürmann eine Ballade über die Stadt Cloppenburg. Sie war gespickt mit Anekdoten vom BVC bis zur Gewerbesteuer. Bevor die erste Autorin der Plattdütschke Warkstäe ihre Geschichten und Gedichte erzählte, hatten „Die Viertakter“ noch „Wor Braohm un Barken“ gesungen.

Nachdem sich Gertrud Herzog mit „Speukenwisken“ Gehör verschafft hatte, brachte sie die Gäste mit ihrer Fantasiegeschichte „Ick bin ick“ zum Lachen. Es ging um den Jagdhund Dagobert, der seine besten Jahre hinter sich hatte und nun auf dem Hof Harm sein Gnadenbrot bekam. Durch die Werbung irritiert steht Dagobert im Kuhstall und wundert sich: „Wieso sin gie alle schwattbunt un nich lila? So käönt gie uck nich so gaue Melk gäben, at dat för die Milka Schokolaode bruukt wird.“ So setzt der Hund seine Hoffnung auf die bald lila blühenden Veilchen.

Bei Maria Middendorf ging’s ums Älterwerden, das wohl nichts für Feiglinge ist. „Dat öller weern mot man mid Humor nähmen“. Luise Lucas brachte neben Kurzgedichten die lustige Geschichte über einen Antrag beim Bauamt über die Vergrößerung eines Plumsklos. Karl-Heinz Lübbehüsen erzählte etwas über dweerige Lüe. „Dat sind Lüe, wor rain nix mit an tou fangen ist, weil se alltid anners wörld“, so der Schriever. Nach einer kurzen Pause zum Äten und Schnacken und dem zweiten Teil ging der gesellige Abend mit dem gemeinsamen Schlusslied zu Ende.