Cloppenburg - Nach einer rund fünfjährigen Planungsphase soll es im Herbst nun endlich losgehen: Die St.-Josef-Kirche wird zu einer Jugendkirche umgestaltet. Pünktlich zum 50-jährigen Bestehen der Kirche, das mit einem Jubiläumswochenende vom 14. bis 16. Dezember gefeiert wird, sollen die rund 360 000 Euro teuren Maßnahmen abgeschlossen sein, erklärte der Cloppenburger Architekt Georg Wieghaus am Donnerstagmittag bei einem Ortstermin in der Kirche. 65 Prozent der Kosten werden vom Offizialat getragen, den Rest steuert die Kirchengemeinde bei, ergänzte Kaplan Michael Bohne.

Sechs verschiedene Punkte werden konkret in Angriff genommen: Zum ersten können die drei Flanken des Altarraums bei Bedarf in verschiedenen Farben illuminiert werden, darüber hinaus sollen auch die Säulen in diesem Bereich beleuchtet werden können, sagte Schulseelsorger Manfred Quatmann.

Zweitens wird eine drei mal fünf Meter große Leinwand hinter der Stuhlreihe des Altarraums installiert, diese ist komplett versenkbar und wird nur bei Bedarf ausgefahren. Angestrahlt wird die Wand von einem Beamer, der über dem Haupteingang platziert wird.

Drittens soll die Akustik des Kirchenraums modifiziert werden. Dies geschieht unter anderem mittels einer neuen Lautsprecher- und Mikrophonanlage. Die Kabel dafür – so Architekt Wieghaus – ließen sich im Übrigen wunderbar in einem Kellerlabyrinth unterhalb des Kirchenraumes verlegen. Dies sei allerdings kein Keller üblichen Typs, sondern Teil einer Luftkammer-Heizung.

Viertens werden mindestens in einem Kirchenschiff die Bänke entnommen. Künftig soll es so möglich sein, dass zum Beispiel Schüler der beiden benachbarten katholischen Schulen ULF und Marienschule in Stuhlkreisen ihren Religionsunterricht dort verbringen. Auch Arbeitskreise verschiedener kirchlicher Jugendorganisationen sollen in der Kirche tagen können.

Die ursprünglich angedachte komplette Entfernung der Kirchbänke aus allen drei Schiffen ist offenbar vom Tisch. Dies war in der Vergangenheit häufig von Kritikern der Umgestaltung bemängelt worden.

Fünftens soll Stauraum im Bereich der Orgel geschaffen werden. Zurzeit stehen dort noch beispielsweise Musik-Instrumente und -Accessoires vergleichsweise ungeordnet herum.

Sechstens sollen auch die Stühle, wenn sie nicht genutzt werden, in ein Lager geräumt werden können. Dafür sind die heutigen beiden Beichtstühle vorgesehen.

Sowohl der Architekt als auch die beiden Kirchenvertreter betonten, dass durch die Umbaumaßnahmen der Charakter des Kirchenraums bei Bedarf verändert werden könne, er aber ansonsten erhalten bleibe. Obwohl künftig die Jugendkirche in St. Josef ihren festen Platz habe, würden dort auch weiterhin Messen, Beerdigungen und Hochzeiten abgehalten. „Die Würde des Raums und der wunderschönen Kirche bleibt erhalten“, so Wieghaus.

Die Pläne will Kaplan Bohne am Mittwoch, 24. Mai, 16.30 Uhr, interessierten Jugendlichen im Pfarrhaus an der Kirchhofstraße vorstellen, eine weitere Infoveranstaltung vor allem auch für die erwachsenen Gemeindemitglieder gibt es am Dienstag, 26. Juni, 19.30 Uhr, in der Kirche.

Carsten Mensing
Carsten Mensing Redaktion Münsterland