CLOPPENBURG - „Das ist eine große neue Welle amerikanischer Musik, verwurzelt in Blues und Rock“, erklärt Tia Sillers, die Frau des Sängers Mark Selby, die Musik, die ihr Mann gerade auf der Bühne im „Briefkasten“ in Cloppenburg spielt. „Americana“ werde dieses „roots movement“ auch genannt.
Enthusiastisch erzählt das Künstlerpaar aus Nashville, der Music-City der USA im Bundesstaat Tennessee, nach dem Auftritt über ihre Musik und ihr Leben. Selby stammt aus einem 500-Seelendorf in Oklahoma, „das ist zwar nicht das Ende der Welt, aber man kann es von dort aus sehen", lautet seine Floskel über seinen Geburtsort. Schon früh begeisterte er sich für die Entstehung eines Musikstücks und erlernte selbst das Handwerk, weshalb er nach Nashville zog. Er erzählt nicht aufgeregt-begeistert von der Musik, sondern liebevoll, strahlend und ruhig. Gemeinsam mit seiner Frau berichtet er über „alte Zeiten“. Zum Beispiel wie sie sich vor 13 Jahren kennen lernten. Beide waren Textschreiber und sollten zusammenarbeiten. Nach vier Jahren verliebten sie sich ineinander. Inzwischen haben sie zusammen mehrere Stücke geschrieben. So auch den Grammy-Titel „There's your trouble“ für die Dixie Chicks und „Blue on black“ für Kenny Wayne Shepherd. In Europa wird der Gitarrist Selby durch den
Kölner Schlagzeuger Josef Kirschgen und Bassist Bernd Renn aus Düsseldorf begleitet. Bei Auftritten ihres Mannes greift auch Tia Sillers schon mal zum Mikro. Dann singen die beiden über die Höhen und Tiefen der Liebe.
Die gute Stimmung, die das Quartett in Cloppenburg erzeugte, freut Selby. „Hier in Deutschland ist es schöner als in den USA.“ Dort stehe das Publikum entweder teilnahmslos mit verschränkten Armen da oder sei zu unruhig. Auch die Veranstaltungsorte seien rar. „In Orten der Größe Cloppenburgs gibt es gar nicht so lebhafte, kleine Kneipen wie diese. Die sind dann meist heruntergekommen und bieten schlechte Covermusik“, erzählt der Amerikaner. In den „Briefkasten“ will er ganz bestimmt wiederkommen – wegen der tollen Atmosphäre und des Applauses.
