CLOPPENBURG - Aus Anlass des 50. Geburtstags von Amnesty International (AI) lädt die Cloppenburger AI-Gruppe für Mittwoch, 24. Mai, 19.30 Uhr, zu einem Konzert mit Lesung in die Münchhausenscheune des Museumsdorfs Cloppenburg ein. Für die Musik sorgt die Big-Band Cajazzo des Clemens-August-Gymnasiums unter der Leitung von Thomas Stanko. Doris Ostendorf, Paul Willenborg und Heinrich Siefer lesen Texte, in denen die Menschenrechte konkret werden und verfolgte Menschen zu Gehör kommen. Der Eintritt ist kostenlos.
Es begann vor 50 Jahren: Zwei Studenten stoßen in einem Café in Lissabon auf die Freiheit an – es herrscht Militärdiktatur, sie werden zu mehreren Jahren Haft verurteilt. Als der britische Rechtsanwalt Peter Benenson hiervon erfährt, will er nicht tatenlos zusehen, wie Menschen nur wegen ihrer Überzeugung eingesperrt werden. Deshalb veröffentlicht er am 28. Mai 1961 im „Observer“ den Artikel „Die vergessenen Gefangenen“. Darin macht er auf das Schicksal politischer Gefangener aufmerksam und fordert dazu auf, mit Appellschreiben öffentlich Druck auf Regierungen auszuüben, um die Freilassung von Gefangenen zu fordern. Das Echo ist groß. 30 Zeitungen drucken den Appell ab, 1000 Menschen bieten ihre sofortige Unterstützung an. Amnesty International ist geboren.
Die deutsche Sektion nahm ihre Arbeit bereits zwei Monate nach Gründung der internationalen Organisation auf. Zu ihren Gründern zählen die Autorin Carola Stern und der Journalist Gerd Ruge.
Die Cloppenburger AI-Gruppe besteht seit 1979 und hat zurzeit sieben Mitglieder. Diese treffen sich regelmäßig alle 14 Tage. Hier werden Fälle besprochen, Appellbriefe verteilt, Kampagnen vorbereitet und aktuelle Menschenrechtsverletzungen diskutiert. Seit einiger Zeit arbeitet die Gruppe im Regionalverbund zum „Sudan“ mit und organisiert wöchentlich das Versenden von Faxen im Rahmen der Aktion „urgent action“. Außerdem halten die Mitglieder von AI Vorträge bei den Volkshochschulen im Kreis Cloppenburg und nehmen an Kampagnen und Aktionen der deutschen Sektion teil.
Wer mitarbeiten will, ist willkommen. Nähere Informationen bei Gerda Pontenagel (Telefon 0 44 71/ 44 38) oder unter g.kannen@online.de.
