CLOPPENBURG - „Zuviel Schlaf ist auch nicht gut.“ Insofern war Ritter Archibald (Hans-Dieter Grein) ganz froh, aus seinem Sommerschlaf herausgerissen worden zu sein. Mit Kanonenschüssen wurde der Cloppenburger Ritter pünktlich zum 11. 11. geweckt, um sich am Sturm auf das Rathaus zu beteiligen und somit die Session 2011/2012 zu eröffnen. Auf ein Pferd musste der Ritter allerdings verzichten – „nicht Schussfest“ –, deshalb ging es auf Schusters Rappen zum Rathaus. Dem Prinzenpaar Vanessa Soyka II. und Bastian Bornemann I. blieb die Fahrt im Cabrio vorbehalten.
Am Rathaus fanden die Narren des Cloppenburger Carnevals-Vereins (CCV) die Türen fest verschlossen. Die stellvertretenden Bürgermeister Ursula Bernhardt und Hermann Schröer ließen sich zunächst auch von Tanzeinlagen der Minis des CCV nicht erweichen. Auch den Schüssen aus der Kanone trotzte das Haus. Der Bonbon-Regen, den die Verwaltungsspitze und deren Gäste vom Rathaus-Balkon niederregnen ließ, lenkte Leibgarde, Minis, Kindergarde und Prinzengarde zudem ab.
Schließlich ließ sich Funkenmajor Lena Nagel auf den Rathaus-Balkon hochbefördern, um den Angriff „Mann gegen Mann“ auszufechten. Und die Stadtverwaltung gab klein bei. CCV-Präsident Jürgen Scheper nutzte die Gelegenheit und gab den Auftrag, die große Rathaus-Uhr zurück zu stellen. Schließlich hatten es die Narren auch in diesem Jahr nicht geschafft, pünktlich um 11.11 Uhr das Rathaus zu erstürmen.
Im Sitzungssaal nahm das Prinzenpaar den Bürgermeisterplatz in Beschlag. Ritter Archibald gab schon mal eine kleine Kostprobe als feinsinniger Beobachter der Cloppenburger Politik. „Bis zum 11. September war noch alles okay, doch dann sind die Wähler erwacht und die Mehrheit um Schröer war nicht mehr da.“
Nicht viel zu plündern gab es in der notorisch klammen Stadtkasse. Dafür entschädigen Süßigkeiten und kalte Getränke und stimmten die Narren wieder friedlich.
@ Mehr Bilder unter
