CLOPPENBURG - Ein großes Festprogramm präsentiert der St. Andreas-Kirchenchor Cloppenburg an den Kar- und Ostertagen. So wird am Karfreitag, 10. April, 15 Uhr, in der Liturgiefeier wieder die bekannte „Johannes- Passion“ von Alexander Pfaffendorf gesungen. Diese für einen Männerchor geschriebene Komposition bildet schon seit Jahrzehnten – mit wenigen Ausnahmen – das Grundgerüst zur Gestaltung der Karfreitagsliturgie in der St.-Andreas-Gemeinde. Chorleiter Karsten Klinker greift nun darauf zurück, auch weil sie vielen Gläubigen ein Zugang zur Leidensgeschichte des Herrn ist.

Heinrich kl. Siemer dabei

Am ersten Ostertag, 9.45 Uhr, wird im Hochamt einmal mehr die „Dominikus-Messe“ („Missa brevis in C“) von Johann Michael Haydn gesungen. Mitwirken werden dabei erneut Musiker des Staatstheaters Oldenburg. Dazu kommen als Solisten Beate Stanko (Sopran), Ursula Karla (Alt), Johannes Luig (Tenor) und Heinrich kl. Siemer (Bass). Die drei Erstgenannten wirkten auch schon bei der Bachschen „Johannes- Passion“ am vergangenen Sonnabend mit (die NWZ berichtete). Heinrich kl. Siemer aus Friesoythe ist als Chorleiter und Sänger in der hiesigen Region bestens bekannt.

Johann Michael Haydn war der fünf Jahre jüngere Bruder des berühmteren Joseph Haydn. Er wurde im Jahr 1737 in Rohrau/Niederösterreich geboren und starb 1806 in Salzburg, damit also schon drei Jahre früher als Joseph. Bei der schon damals großen Popularität seines älteren Bruders war es für Johann Michael nicht leicht, aus dessen Schatten zu treten: Aber allein 33 lateinische und acht deutsche Messen sowie viele andere Kompositionen machen ihn zu einem beachtenswerten Komponisten mit eigenem künstlerischen Profil und eigener Wirkungskraft.

1790 komponiert

Die „Dominikus-Messe“ genannte Komposition stammt aus dem Jahre 1790. Die Kurzform der Bezeichnung kommt wohl von der Bezeichnung „Missa in honorem S Dominici“, mit dem Untertitel „Messa della Benedicenza“. Sie ist also zu Ehren des Heiligen Dominikus – Gründer des Dominikaner-Ordens – geschrieben worden.

Erst in den vergangenen Jahren wurde man auf die wertvolle und heute in der Liturgie gut einsetzbare Komposition aufmerksam. Im Jahre 2006 nahm sie Chorleiter Klinker in das Repertoire des St.- Andreas-Chores auf. Auch in diesem Jahr steht die Messe unter seinem Dirigat.