CLOPPENBURG - Etwas Neues hat die „Rote Schule“ am Freitagabend angeboten. Als Abwechslung zu Metal, Punk und Rock präsentierte der Jugendtreff ein Folkkonzert. „Punch'n'Judy“ aus dem Ruhrgebiet und „The Shanes“ aus Trier spielten beide ihre eigene Mischung folkloristischer Klänge. Sozialpädagogin Daniela Schingorra-Weinert von der Stadtjugendpflege Cloppenburg bezeichnete den Abend als Versuch, dem Stammpublikum der „Roten Schule“ eine andere Musikrichtung anzubieten und neue Besucher zu locken. Gefördert wurde der Abend durch das Kulturforum Cloppenburg.
Den Auftakt machten „Punch'n'Judy“ mit Crossover-Folk. Mit Einflüssen aus Rock, Metal und Mittelalter erzeugen die fünf Musiker ein breites Spektrum verrockten Folks, der den anfangs wenigen Hörern aber nur zögerlich in die Beine ging. Seit September 2007 spielt das Quintett in seiner heutigen Besetzung. Die Band ergänzt die Rock-Minimalbesetzung mit Schlagzeug, Bass und E-Gitarre um ein Akkordeon, welches die Folkelemente beisteuert. Gespielt wird es von Ute, der einzigen Frau der Gruppe. Die Westfalen komponieren ausschließlich selbst und haben so schon zwei Alben herausgebracht. Mit ihren Lieder erzählen sie unter anderem keltischen Geschichten.
Wie „Punch'n'Judy“ finanzieren auch „The Shanes“ mit ihrer Musik nur ihr Hobby allein. Die Trierer Formation existiert seit 1991, jedoch nur Frontmann Kornelius Flowers ist so lange dabei. Das Sextett, das auch in den USA, England und Frankreich gespielt hat, hat für sich eine neue Musikrichtung geprägt. Früh begann die Band, sich an dem böhmischen Volkstanz Polka zu orientieren. Den Klang des 2/4-Taktes trägt die Band mit Geige und Akkordeon als Hauptinstrumente. Kombiniert mit Rock'n'Roll, Country, Irish-Folk und osteuropäischen Beats entstand daraus „Hard-Polka“. Zusammengebastelt, aber trotzdem gradlinig.
Sänger Flowers wirkt mit seiner schlanken, groß gewachsenen Figur umhüllt von schwarzem Stoff bis hin zum dunklen Hut in manchen Momenten wie der Scharfrichter persönlich. Mehr Aufmerksamkeit noch zog jedoch Violinist Sebastian Schlecht alias „Sebba Nogood“ auf sich. Der 22-jährige Augsburger mit japanischen Vorfahren begeisterte die nun rund 60 Besucher mit virtuosen Soli und einem steten Lachen auf den Lippen bei seinem bewegten Spiel.
Bewegen wollten sich nun auch die Hörer. Rund ein Dutzend tanzte zu jedem Stück wild vor der Bühne umher und forderte erfolgreich mehrere Zugaben.
