CLOPPENBURG - Die Krankheit Krebs thematisiert die Niedersächsische Krebsgesellschaft mit einer Ausstellung im Sankt-Josefs-Hospital in Cloppenburg. Wer die Taktik des Verdrängens verfolge und nicht zur Vorsorge gehe, riskiere mit seinem Verhalten ein zu spätes Erkennen der heimtückischen Krankheit, warnte Carsten Pfeil von der Krebsgesellschaft am Montag zur Eröffnung, denn „Tumore wachsen ohne Schmerzen“.
Jährlich erkranken 425 000 Menschen in Deutschland an Krebs. Mit 200 000 Todesfällen ist der Krebs die zweithäufigste Todesursache. Die Chance einer Heilung steigt mit einem frühzeitigen Befund. Derzeit nutzen aber lediglich jede zweite Frau und jeder fünfte Mann das Angebot der Vorsorge.
Des Weiteren wird über die Prävention informiert. Durch gesundes Leben sollen die Risiken minimiert werden, die das Wachsen von Tumoren auslösen können. An erster Stelle der Risiken stehen das Rauchen und der Alkoholkonsum. Zur Gesunderhaltung tragen täglich frisches Obst und Gemüse sowie ballastreiche Getreideprodukte bei. Auch tägliche sportliche Übungen stärken das Herz, den Kreislauf, den Stoffwechsel und das Immunsystem.
Der Chefarzt der Chirurgie, Dr. Hendrik Faust, der die Arbeit der Selbsthilfegruppen für an Krebs erkrankte Menschen hervorhob, sieht das Informationsangebot nicht nur auf die Patienten des Krankenhauses beschränkt. „Auch das Publikum kann sich hier informieren und Broschüren mitnehmen“, wirbt der Chefarzt für Interesse.
Ruth Decker, Ansprechpartnerin der Selbsthilfegruppe, wies auf die Treffen an jedem zweiten Dienstag im Monat um 17 Uhr in der Volkshochschule, Altes Stadttor, hin. Hier könne man als Krebserkrankter über Dinge sprechen, die man zu Hause oder am Arbeitsplatz nicht ansprechen möchte. Hier treffe man auf Betroffene, die wüssten, wovon gesprochen werde, sagte Decker. Ihr Mann Martin, der seit kurzem eine Gruppe für Männer leitet, bedauert die schwache Resonanz des „starken Geschlechts“: „Männer sprechen nicht gern darüber.“
Die Ausstellung ist bis 30. September zu sehen. Internet
