CLOPPENBURG - Kennen Sie „Neues aus der Anstalt“? Der „Leiter“ der Fernsehklapse, Urban Priol, stand noch vor wenigen Tagen auf der Bühne der Cloppenburger Stadthalle und unterhielt Hunderte. Jan-Christoph Poppe musste sich am vergangenen Freitagabend in der Kultur- und Musikkneipe „Bebop“ zwar mit 70 Zuschauern zufrieden geben, aber ansonsten gibt es zwischen den beiden durchaus Parallelen.

Beide betreiben politisches Kabarett. Beide versuchen, sich an gesellschaftskritischen Beiträgen, die weder an der Politik, noch an der Wirtschaft, dem Sport oder sonst irgendeinem Thema ein gutes Haar lassen.

Ein großer Unterschied lässt jedoch zwischen den beiden finden: Während Priol schon seit einem Vierteljahrhundert durch die Lande zieht und fleißig Preise sammelt, steht Poppe noch am Beginn seiner Karriere.

Geboren wurde der heute 32-Jährige in Lohne als Sohn des SPD-Landtagsabgeordneten Claus Peter Poppe. 1999 nahm er in Leipzig ein Studium der Fächer Amerikanistik, Germanistik und Journalistik auf. Als er nebenher begann, für eine Kulturzeitschrift zu schreiben und seine Texte auch lesen und später vorzutragen, orientierte er sich bald um in Richtung Kunst. Von Leipzig wechselte er nach Potsdam, um dort Drehbuch zu studieren. Seine Abschlussarbeit 2007 war jedoch schon keine Filmvorlage mehr, sondern ein kabarettistisches Abendprogramm.

Seitdem versucht Poppe sich hauptberuflich als Künstler – er ist um Anschluss an den humoresken Markt bemüht. Im „Bebop“ tat er das auf Einladung der Cloppenburger Volkshochschule mit einigen guten Ansätzen. Sein Programm „Ende der Probezeit“ orientiert sich nah am aktuellen Geschehen, weshalb er es seit einem halben Jahr ständig umschreibt. Mit den kommenden olympischen Spielen versuche China beispielsweise das gleiche wie Russland 1980. Damals habe es Russland durch seinen Einmarsch in Afghanistan geschafft, den Boykott der westlichen Welt zu erzwingen, um alle Medaillen selbst erspielen zu können. Mit Tibet mache China gerade dasselbe.

Auf Grund des Parteibuchs seines Vaters bekam bei Poppe natürlich auch die SPD ihr Fett weg. Er bezweifelte auf der Bühne allerdings, ob das richtig sei. Über so kranke Tiere mache man ja eigentlich keine Witze.

Sich selbst beschreibt der mit seiner Freundin in Ravensburg lebende Künstler eher als altbacken, er präsentiere klassisches Kabarett mit einer Prise Comedy. Klassisch an seinen Witzen war, dass man viel Detailwissen in alle Richtungen brauchte, um sie zu verstehen.