CLOPPENBURG - Die Stadthalle war ausverkauft. Die Feuerwehrkapelle griff auch in die Showkiste.

Von Jan Cloppenburg

CLOPPENBURG - „Retten, löschen, bergen, schützen … und musizieren!“ So stand das Motto der Feuerwehr am vergangenen Sonntag auf einer Fahne über der Bühne. Derweil gaben sich darunter rund 60 Musikerinnen und Musiker größte Mühe, der gefüllten Stadthalle ihr Können zu präsentieren, was eindrucksvoll gelang.

„Klangfeuer – am Beat der Zeit“ lautete der Titel des Programms. Zunächst gewährte das Ausbildungensemble der Feuerwehrkapelle Cloppenburg unter Leitung von Andrea Brinkmann dem Publikum einen kleinen Einstieg in die Musik. Drei Titel später begab sich das Stammorchester wie schon der Nachwuchs in dunkelblauen Uniformen mit roten Kragen auf die Bühne, die in den gleichen Farben ausgeleuchtet wurde.

Beginnend mit einem Ungarischen Marsch von Hector Berlioz präsentierten die Musiker dem Publikum einen kräftigen, klanggewaltigen Auftakt, den sie mit „Erste Suite in Es“ von Gustav Holst nahtlos fortführten. Es folgte der Höhepunkt des „Klangfeuers“ und des technischen Anspruchs für die Hobbymusiker unter professioneller Führung. Die „Armenischen Tänze Nr. 1“ von Alfred Reed verlangten nicht zuletzt von Dirigent Torsten Ellmann viel Energie bei der bewegungsintensiven Leitung. Ein langer Applaus entließ die Akteure in ihre wohlverdiente Pause.

Mit einem Joe-Cocker-Medley begann der zweite Teil des Auftritts, der moderne Musik zum Inhalt hatte. Nach einem kleinen Schwenk ins England zur Zeit der Beatles ging es gefühlvoll mit „Imagine“ von Ex-Beatle John Lennon weiter. Dazu positionierte sich ein Teil des Ausbildungsorchesters mit Leuchtstäben an den Bühnenrändern, und das Publikum wurde von Ralph Meyer, der das Konzert moderierte, zum Schwenken der Feuerzeuge aufgefordert. Weißer Nebel glitt von der Bühne herunter in die Ränge, passend zur Gänsehaut-Atmosphäre von Lennons Song.

Es folgte ein Stimmungswechsel hin zu Geri Halliwells Hit „It's raining men“, dessen spektakulären Klang das Orchester authentisch wiedergab. Mit einer Hitzusammenstellung von Elton John folgte „wieder etwas fürs Herz“, so Moderator Meyer, der das Publikum zum Mitschnippen animierte. Schließlich sah man die Band mit schwarzen Hüten und Sonnenbrillen ein Blues-Brothers-Medley zum Besten geben. Riesiger Beifall.

Die erste Zugabe folgte gar obligatorisch, bei der zweiten ließ sich der Nachwuchs der Feuerwehrkapelle nicht lumpen und positionierte sich in Reihe vor der Bühne, um seine Vorbilder zu unterstützen. Am Ende war nicht nur Dirigent Torsten Ellmann trotz kleiner Verbesserungsansätze sehr zufrieden.

Im Rahmen des Konzerts wurden auch Mitglieder geehrt. Herbert Brinkmann, Vizepräsident des Niedersächsischen Musikverbandes, überreichte Urkunden an den Landesmusikdirektor für Blasmusik, Torsten Ellmann, für 15 Jahre Dirigententätigkeit sowie an Saxophonistin Petra Abeln für 30 Jahre Mitgliedschaft. Gedankt wurde auch Busfahrer Otto Helmes, der seit vielen Jahren die Feuerwehrkapelle unterstützt.