CLOPPENBURG - Nach 31 Jahren hat sich das Museumsdorf Cloppenburg einen neuen Museumsführer zugelegt. Dessen 1978 erschienener Vorgänger „mit Anhang zur Vor- und Nachbereitung des Museumsbesuchs sowie einem Farbbild-Report“ hat ausgedient. „Weniger die Inhalte selbst, sondern eher die Form und Gestalt sind etwas in die Jahre gekommen“, sagte Museumsdirektor Professor Dr. Uwe Meiners am Montag bei der Vorstellung des 186 Seiten starken „Nachfolgers“ im Museumsdorf.

Anderthalb Jahre Arbeit

Rund anderthalb Jahre haben die beiden Kulturwissenschaftler Axel Brasgalla und Björn Herrmann (beide Agentur concept-cultur Bremen) an der Umsetzung des Projektes gearbeitet. Neben der redaktionellen Überarbeitung und Ergänzung der Texte, die der stellvertretende Museumsdirektor Dr. Hermann Kaiser und dessen damaliger Chef Professor Dr. Helmut Ottenjann in den Siebzigerjahren verfasst hatten, wurde vor allem das Layout modernen Anforderungen angepasst.

Weiterhin sind die Bilder jetzt fast durchgängig farbig, die – neu hinzugefügten – historischen Exemplare in schwarz-weiß haben Herrmann und Brasgalla teilweise erst vor Kurzem beim Durchstöbern der Museumsdorf-Archive gefunden.

Ein farbiger – faltbarer – Lageplan im Buchdeckel gibt Aufschluss über die Lage der mittlerweile 31 Gebäudekomplexe. Im Anhang findet sich ein Glossar mit Erklärungen zu Begriffen wie beispielsweise „Sparren“ oder „Walm“.

Die Texte zu den einzelnen Gebäuden werden durch farblich unterlegte Info-Boxen aufgelockert. Diese sind thematisch völlig unterschiedlich und beleuchten beispielsweise das Heuerlingswesen, die Bierklappe im Haakenhof oder die Geschichte des Saterlandes. Digitale Zeichnungen runden den neuen Führer ab.

Wissenschaftliche Maßstäbe

„Das neue Produkt ist für jedermann lesbar, hält aber auch wissenschaftlichen Maßstäben stand“, so Museumsdirektor Meiners weiter. Es solle ganz bewusst kein umfangreiches Museumshandbuch sein, dieses wolle das Museumsdorf voraussichtlich erst 2012 veröffentlichen.

Externe Hilfe nötig

Meiners machte darüber hinaus klar, dass sein Haus sowohl zeitlich als auch fachlich nicht in der Lage gewesen sei, den neuen Museumsführer allein zu erstellen – deshalb habe man sich externe Hilfe geholt. Diese sei freilich ohne die Unterstützung der Landessparkasse zu Oldenburg (lzO) und der Remmers AG Löningen nicht zu finanzieren gewesen.

Apropos Geld: Zumindest bis zum Ende dieses Jahres soll der Museumsführer zum Einführungspreis von acht Euro verkauft werden.