CLOPPENBURG - Die vor einem Jahr angelegten Parkanlagen der Katholischen Akademie Stapelfeld bieten an diesem Sonnabend, 23. Juni, eine wunderbare Kulisse für die „Lange Mittsommernacht“. Von 20 Uhr bis Mitternacht erwartet die Besucher ein breit gefächertes Angebot mit viel Musik, Poesie, Kunst und mehr.
„Jeder dieser Gärten hat sein eigenes Gesicht, seine eigene Ästhetik, seine eigene Sinnlichkeit“, erklärt Dr. Martin Feltes, Kunstdozent der Akademie – gerade jetzt zur Sonnenwende, betont Gartenplaner Antonius Bösterling, der die Stapelfelder Anlagen entworfen hat und zum Fest eine ganz besondere Gartenführung anbietet: „Zu Johanni, wenn die Zeit des Wachstums endet und die Zeit des Reifens beginnt, haben viele Pflanzen ihre höchste Energiedichte“, erklärt er. Und das könne man „sehen, riechen, fühlen und schmecken“. Ob Rose oder Johanniskraut, Beifuß oder Königskerze – Bösterling nimmt die Gäste mit auf die abendliche Entdeckungstour für alle Sinne. Auch hierfür gilt die Grundmaxime des ganzen Festes: Niemand muss auf die Minute pünktlich erscheinen und bei einer Vorführung still sitzen bleiben – die Besucher sind eingeladen, durch die Gärten zu flanieren und nach Lust und Laune zuzuhören oder mitzumachen.
Rockklassiker
„Musik und Kunst draußen erleben – dazu haben wir ja nicht so oft die Gelegenheit“, freut sich Christiane Hagemann von der AG Kultursommer Cloppenburg auf die Mittsommernacht als Auftakt des diesjährigen Kultursommers. Unter freiem Himmel habe jede Aufführung eine andere Qualität, ist sie sich sicher: „Man nimmt sie mit mehr Sinnen wahr als drinnen.“ Mit Rockklassikern empfängt die Band „Idle Period“ die Gäste ab 19.45 Uhr im Brunnenhof. Ab 20.30 Uhr gibt es im Innenhof handgemachten Blues „up Platt“ mit Lars Luis Linek und seinem „Snutenhobel“. Seine Mundharmonika-Musik ist von der Sesamstraße bis zu Werbespots von Stuttgarter Limousinen und schwedischen Möbeln bis zum internationalen Fastfood-Riesen zu hören.
Konzert im Quittenhain
Skandinavisch-irische Folk-Musik steht mit dem Trio „Strömkarlen“ ab 22.30 Uhr auf dem Programm. Mal solo, mal in mehrstimmigen Arrangements singen und spielen die drei Sänger traditionelle und populäre Lieder sowie Melodien aus Nordwest-Europa – oft balladesk, manchmal in treibenden Rhythmen mit Anklängen aus Rock, Pop, Jazz und anderen Stilrichtungen.
Fast zeitgleich verwandelt sich der Quittenhain in einen Konzertsaal. Hier wollen Heinrich Siefer und seine „Schrieverslüe“ von der Plattdüütsch Warkstäe das „Hohelied“ aus dem alten Testament neu interpretieren. Das Duo „Marsaleko“ mit Heiko Fabig und Martina Becker interpretiert die Zitate.
Im Heckentheater hinter dem Forum fasziniert die Feuer-Artistin Kirsten Braunseis mit Poi-Tanz und schleudert Fackeln und Bänder mit Feuerbällen um ihren Körper. Beschaulicher geht’s zu in der Jurte im Obstgarten, wo Lothar Kempe Grimm’sche Märchen erzählt. Die Besucher erwartet noch vieles mehr – auch Kulinarisches.
Eintrittskarten gibt es im Vorverkauf bei der Tourist-Info an der Eschstraße, in der Buchhandlung Terwelp und auch an der Abendkasse. Kinder bis sechs Jahre haben freien Eintritt.
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