CLOPPENBURG - Mit einem wahren Fest hat sich der Cloppenburger Kultursommer 2011 von seinen treuen Anhängern verabschiedet. „Last Night of the Proms . . . very british“ stand am Sonnabend auf dem Programm in der Stadthalle.
Und so war es auch – very british. Die Musiker der Nordwestdeutschen Philharmonie sorgten unter der Leitung von Johannes Klumpp für eine regelrecht ausgelassene Stimmung unter den Besuchern. Schade, dass nur ein „Union Jack“ über deren Köpfen hervorgekommen war – dafür zahlreiche Papierschlangen und unzählige Papphüte. So wunderte sich auch niemand, als gemeinsam am Ende angestimmt wurde: „God Save The Queen“.
Zuvor galt es, „Gesangsstunden“ bei Meister Klumpp zu nehmen. „Sie müssen meckern wie eine Ziege, dann klappt es schon“, riet der Dirigent den Cloppenburgern. Und so stimmten sie gemeinsam mit dem Bariton Richard Morrison ein zum „Rule Britannia“. Den patriotischen Choral von Hubert Parrys „Jerusalem“ durfte – so der Dirigent – die eingeschworene Gemeinschaft „laut mitsingen“, allerdings, so sein Rat, „ohne zu brüllen“. Im Parkett entstand eine richtige Party und Feierstimmung.
Ach ja, es gab da auch noch den ersten Teil des Promenadenkonzerts. Mit der Ouvertüre „Der Barbier von Sevilla“ aus Gioacchino Rossinis Feder gings in Italien los. Beim „Largo al factotum“ ließ der Solist Morrison auf sich warten. Nicht wie angekündigt auf der Bühne, sondern durch einen Seiteneingang betrat der Bariton im weißen Jackett den Saal und schritt mit einem Glas Sekt in der Hand durchs Publikum. Der wandlungsfähige Brite trat mal mit Zylinder und Gehstock („Da geh ich ins Maxim“) oder gar im Schottenrock („Jerusalem“) auf.
Die Reise ging weiter über Wien. Hier hörten die Kulturfans aus der Zeit der „Rossinimenia“ – so Klumpp – Franz Schuberts „Italienische Ouvertüre C-Dur“. „Schubert schrieb sie in einer Nacht“, verriet der Moderator. Mit einem „Hexentanz“ voll Singen und Tanzen ließ Giacomo Puccini mit La Tregenda nicht auf sich warten. Über Giuseppe Verdis Maskenball um Verrat und Intrigen („Un ballo in maschera“) und Otto Nicolais lustige Weiber von Windsor ging es in die Pause, die mit dem Trompetensignal endete: Franz von Suppe mit der Ouvertüre zur leichten Kavallerie.
