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Kunst „Frontal“ – Fotos als schonungslose Dokumente

Bodo Meier

CLOPPENBURG - Das ein Fotoapparat den Moment mit all seinen Facetten gnadenlos festhält und dokumentiert, kennt wohl jeder – so auch die zur Eröffnung der Ausstellung „Frontal“ von Tine Holterhoff in die Volkshochschule (VHS) Cloppenburg gekommenen Gäste. Als Wilfried Körtzinger in seiner Einführung das nicht zugeknöpfte Hemd ansprach, das ein Foto im Nachhinein schonungslos offenbart, erkannte viele Besucher, was der pensionierte Kunsterzieher meinte.

Es käme weder auf die fotografische Ausrüstung und schon gar nicht auf eine Nachbearbeitung am Rechner daheim an. „Es bedarf immer eines visionär denkenden Menschen, um künstlerische Fotografie zu generieren“, betonte Körtzinger.

Anregung für das Gehirn

Allein die Sicht der Fotografin und die Kunst den Augenblick in einer Art und Weise einzufrieren, gäben dem Betrachter das Gefühl, den Geruch der Tiefgarage wieder zu erkennen: „Die Fotografin sucht nach Metaphern, die Teile der verlorenen Aura durch die Auslösung gleichartiger Bilder in unserem Gehirn zurückholen sollen.“ Es seien nicht nur Abbilder, sondern eher Sinnbilder. Ein farbiges Handtuch oder der Sonnenschutz für eine Pflanze in einer ansonsten monotonen Hausarchitektur als Zeichen menschlicher Inbesitznahme. Oder die durch bewusste Überbelichtung heraus gestellten Personen in Alltagssituationen. Auch die die Materialien auf denen die gebürtige Cloppenburgerin Holtermann die Häuserfassaden, zumeist aus Spanien, aber auch aus Deutschland, darunter die Motive Cloppenburg, Menschen und Kirmes darstellt, lassen die Kompositionen über das Format heraus wachsen. Fotos hinter Plexiglas, auf Dibold (Aluminiumverbundplatte), Stoff oder Lkw-Plane, korrespondieren mit den Inhalten.

Streng limitierte Auflagen

„Von jedem Foto gibt es nur fünf Abzüge“, erklärte die Künstlerin. Dabei könnte der Kunde Größe und Material durchaus selbst bestimmen, betonte Holterhoff, die in Köln lebt und arbeitet. „Mit neun Jahren bekam Tine Holterhoff von ihrem Vater ihre erste Kamera “ verriet VHS-Direktorin Doris Ostendorf, bei der Vorstellung. Die Ausstellung, die 40 Arbeiten umfasst, ist bis Mittwoch, 20. Oktober, in der VHS-Cloppenburg zu sehen.

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