CLOPPENBURG - Auf unkonventionelle Weise hat sich die Künstlerin Johanna Sunder-Plassmann mit dem Thema „Himmel und Erde“ beschäftigt: Sie hat „sprechende Rohre" in der Fußgängerzone installiert. In den Durchgängen neben der Buchhandlung Terwelp und dem Cafe Meyer-Wittrock erklingen aus umfunktionierten Regenrohren leise Stimmen von Menschen, die ihre Gedanken und Ansichten zum Thema „Himmel und Erde“ preisgeben. Wie ein Klangteppich breiten sich die unterschiedlichen Geräusch- und Gesprächsfetzen in den engen Gassen aus. Am Donnerstagabend wurde die Installation eröffnet. Diese ist noch bis zum 13. September zu sehen.
„Wir sind ständig auf der Sinnsuche. Wir rätseln immer wieder über die Bedeutung von Himmel und Erde. Ich möchte zeigen, wie unterschiedlich Menschen mit diesem Thema umgehen“, erklärte die 25-jährige Künstlerin, die gerade ihr Studium an der Hochschule der Bildenden Künste Saar in Saarbrücken abgeschlossen hat und in Köln lebt. Ihre Interviewpartner waren ein Pilot, ein Pfarrer, ein Totengräber, ein Baggerfahrer, ein Landwirt, ein Ballonfahrer und ein Wetterforscher. Sie erzählen über ihre ganz persönlichen Erlebnisse sowie Gedanken und Gefühle zum Thema Himmel und Erde.
Neben dieser Klanginstallation zeigt Sunder-Plassmann auch eine Videoinstallation in der Wagenremise im Haus Blanke, Lange Straße 29. In dem abgedunkelten Raum werden auf dem Kopf stehende Bilder und Lichtfelder an Wände, Decke und Boden projiziert. Dieser Perspektivwechsel soll den Betrachter einladen, einmal über seine eigene Sicht auf Himmel und Erde nachzudenken.
„Ich denke, es war eine gute Idee, das Medium der Videokunst zum Thema ,Himmel und Erde’ zu befragen. Der Himmel als Symbol des Unendlichen, des Unsichtbaren, des Göttlichen, des Unbegreifbaren. Die Erde als Sinnbild menschlicher Existenz, der Fruchtbarkeit und des Lebens, aber auch der Vergänglichkeit und des Todes“, erklärte der Cloppenburger Kunstexperte Dr. Martin Feltes bei der Eröffnung.
Dr. Heinrich Dickerhoff, pädagogischer Direktor der Katholischen Akademie Stapelfeld, näherte sich dem Thema auf seine Weise: Er verdeutlichte anhand eines Märchens, dass die Menschen manchmal durch tiefe Abgründe gehen müssen, um den Himmel zu erreichen.
Für die musikalische Unterhaltung sorgten die jungen Musiker und Musikerinnen der Band „Jazz’n Funk“.
