CLOPPENBURG - Malerei, Zeichnungen, Druckgrafik und Fotografien aus vier Jahrzehnten künstlerischen Schaffens des Cloppenburgers Wilfried Körtzinger lockten am gestrigen Sonntag, 15. November, zahlreiche Besucher in den Cloppenburger Rathaussaal. Bürgermeister Dr. Wolfgang Wiese (CDU) begrüßte zur Eröffnung der Ausstellung besonders den Künstler und seine Familie. Gleichzeitig erinnerte er sich an seine Schulzeit, als Körtzinger viele Jahre als Kunsterzieher wirkte. Die Gruppe „Multiple Voice“ (Kiel) begleitete die Vernissage mit A-Capella-Gesang.
Dr. Martin Feltes (Stapelfeld) stellte den Künstler und sein Schaffen vor. „Wie erleben ein Kunstwerk als ein sinnliches Erlebnis, aber auch als Medium der Meditation und der Provokation“, so Feltes. Er verwies darauf, dass die Haut des Menschen für Körtzinger als Bildträger eine große Bedeutung hat. Nach Feltes gibt es neben der Haut als menschliches Organ, neben der Kleidung als zweite Haut, eine dritte Haut, die Architektur. So hat Körtzinger auch als Architekt gearbeitet. Er bricht mit seinem Beruf, und engagiert sich weiter als Künstler. Dabei widmet er sich unter anderem auch den Themen Aktfotografie und Körperbemalung.
Seine Arbeiten sind auch Auseinandersetzungen mit der Vereinsamung und Verlorenheit der Menschen in unserer Gesellschaft. Körtzingers Kunst beschränkt sich nicht auf eine kritische Weltdeutung. „Er malt nicht nur, was er sieht, sondern auch was er fühlt“, stellte Feltes fest.
Die Ausstellung ist bis Donnerstag, 31. Dezember, zu den Rathaus-Öffnungszeiten zu sehen. Der Eintritt ist frei.
