CLOPPENBURG - Ingo Kühl, ein Erbe der sensiblen, deutschen Maler des 19. Jahrhunderts: So stellte Experte Jörg Michael Henneberg den Künstler am Sonntag bei der Eröffnung der Ausstellung „Himmel und Erde“ im Cloppenburger Rathaus vor. Ob im Großformat oder in den kleineren Gemälden auf Leinwand oder Pappe – überall offenbare sich ein ganz unmittelbares „Eingeschlossensein“ in das Wunder der Schöpfung, charakterisierte Henneberg die 77 ausgestellten Arbeiten des Berliner Künstlers, der auch noch mehrere Ateliere an der Nordseeküste betreibt.

Und diese Liebe zur Küste ist in den Werken mit bizarren Wolkenformationen, tobenden Wassern und endlosen, stimmungsvollen Landschaften wieder zu finden. Sie erinnern an Emil Nolde (1867 bis 1956), der als Maler aus der Farbe heraus arbeitete. Er, so Henneberg, habe sich viel mit der Kunst des 19. Jahrhunderts beschäftigt, doch sei ihm bislang kein Werk eines Künstlers begegnet, in dem die Übergänge zur Moderne so eng seien.

Kühl ist 1953 in Bovenau (Schleswig-Holstein) geboren und hat an der Hochschule der Künste in Berlin studiert. Sein Studium der Bildenden Künste verband Kühl – wie viele andere Künstler auch – mit dem Studium der Architektur. Diese Gemeinsamkeit nutzte Bürgermeister Dr. Wolfgang Wiese, der ebenfalls Architektur studierte: Da könne man sehen, was aus Architekten alles werden könne. Für ihn, Wiese, habe sich die Ausstellung mit einem „Hauch von Farbe und Öl“ seit Tagen angekündigt. Es sei ein guter Duft, der durch die Flure ziehe, denn die Bilder strahlten eine Kraft aus, die zum Rathaus passe, sagte der Hausherr. Musikalisch wurde die Eröffnung von Petra Wesenick (Klarinette) und Petra Heuer (Querflöte/beide Kreismusikschule) begleitet.

• Die Ausstellung, die vom Kunstkreis Cloppenburg, der Katholischen Akademie Stapelfeld und der Stadt organisiert wurde, ist bis zum 15. Juni in den Fluren des Rathauses zu sehen.