CLOPPENBURG - Beim Patronatsfest des Katholischen Kaufmännischen Vereins (KKV) Cloppenburg haben Ehrungen im Mittelpunkt gestanden. Für 60-jährige Mitgliedschaft zeichnete der erste Vorsitzende Georg Kötter Heinz Schröder mit Urkunde und Ehrennadel aus.
Auf eine 50-jährige Mitgliedschaft konnte Anton Pigge zurückblicken. Paul Brinkmann erhielt Urkunde und Ehrennadel für 40 Jahre Mitgliedschaft im KKV. Gleich vier Mitglieder halten dem KKV seit 25 Jahren die Treue: Bernd Deeken jun., Franz Rolfes, Johannes Niemann und Bernhard Dorissen.
Kirche im Umbruch
Dechant Hartmut Niehues stellte in seiner Rede auf dem Patronatsfest die Aufgabe der zukünftigen Stadtgemeinde vor. „Die Kirche in Cloppenburg befindet sich in einem massiven Umbruch“, sagte der Dechant. Die vier Gemeinden, Sankt Josef, Sankt Bernhard, Sankt Augustinus und Sankt Andreas werden Pfingsten 2010 zur neuen Großgemeinde zusammengelegt. Entsprechend der baulichen Beschaffenheit der Kirchen könne sich dies auch auf die Gestaltung der Gottesdienste auswirken, so Niehues. „Eine lateinische Messe kann besser in der Sankt-Andreas-Kirche abgehalten werden als zum Beispiel in der St.-Josef-Kirche“, lautete ein Beispiel.
Entscheidend sei jedoch auch die Zahl der Priester und der Gläubigen, so Niehues weiter. Gerade bei den Gläubigen sieht er in Zukunft einen Rückgang. Kritisch betrachtete der Dechant das Glaubenswissen. In den Familien und bei den Eltern finde nicht mehr ausreichend die Vermittlung des Glaubenswissens statt.
Glaubenswissen
„Glaubenswissen ist in den Familien ein Tabuthema geworden“, so Niehues. „Wir leben noch in Strukturen der Volkskirche, aber die sind hohl geworden“, machte er deutlich. Als Beispiel nannte Niehues die Tauffeier. Es seien kaum noch beide Elternteile katholisch oder verheiratet. Die Kirche müsse sich auch dieser Thematik in Zukunft annehmen.
In Cloppenburg gibt es eine Vielzahl von qualitativen caritativen Einrichtungen. „Christen nehmen ihre Verantwortung gegenüber Mitmenschen wahr", lobte Niehues dieses soziale Engagement und betonte: „Es muss eine engere Verzahnung zwischen der Caritas und der Kirche hergestellt werden. Caritas ist Kirche.“ Er bezeichnete die Arbeit der Verbände als „Seelsorge mit Gesicht“.
„Wir sind in der Kirche zurzeit nicht gerade in einer verheißungsvollen Situation, aber es gibt auch viele Mitglieder, die an einer Veränderung mitarbeiten möchten", zog er ein positives Fazit.
Niehues wies noch auf den Gottesdienst zur Gründung der Stadtgemeinde an Pfingsten 2010 hin. Dieser wird im Stadtpark stattfinden. Der Bischof aus Münster hat sein Kommen zugesagt.
