CLOPPENBURG - Mit dem neuen Projekt „Wir machen gemeinsame Sache“ bietet die Fachstelle für Sucht und Suchprävention Cloppenburg (DROBS) Drogenabhängigen und deren Angehörige Hilfe an. Dabei geht es nicht um den Ausstieg aus der Welt der Drogen, sondern um Unterstützung bei Behördengängen. Und der Pädagoge Roman Zielonka weiß, wovon er spricht. Der Streetworker selbst kam erst vor fünf Jahren aus Lauenburg (Danzig) und stand seinerzeit vor der deutschen Bürokratie und ihren Formularen.
Hier setzt sein neues Projekt an. Die Mitarbeiter der DROBS wollen Abhängige und Angehörige zu Behörden, ARGE, Gerichtsverhandlungen oder zur Entgiftung in den Therapieeinrichtungen begleiten. Sie wollen unterstützen und übersetzen bei Gesprächen mit dem Jugendamt oder der ARGE. Auch wenn es darum geht, Anträge für Leistungen der Krankenkasse oder des Sozialamts auszufüllen, möchte das Team helfen. Nicht nur bei Suchtfragen, sondern insbesondere bei der sozialen Integration und Teilhabe will die DROBS kompetenter Ansprechpartner sein. Oft fehle es seinen „Kunden“ an sprachlicher Kompetenz, um Gesprächen mit den Sachbearbeitern in den verschiedenen Einrichtungen folgen zu können.
Die Drogenszene habe sich verändert, stellte der Leiter der DROBS, Sozialpädagoge Michael Koletzki, heraus. Sie sei nicht mehr der „Typ Christian F.“ aus dem Film „Wir Kinder vom Bahnhof Zoo“ der 70er und 80er Jahre. „Das Bild ,Droge – Bahnhofsklo – Verelendungsspritze – Tod’ gibt es nicht mehr“, so Koletzki.
Dies gelte auch für die Szene in Cloppenburg. Hier habe der Großteil der Süchtigen einen Migrationshintergrund. Als „Stoff“ finde man die Klassiker der Opiate, bei den jüngeren Konsumenten treffe man vermehrt auf Cannabis und Alkohol.
