Cloppenburg - Ein Improvisationstheater mit Masken nach dem Motto „Frei Schnauze“ präsentiert das Projekt Kunstburg an diesem Dienstag um 19 Uhr im Cloppenburger Kulturbahnhof. Der Eintritt ist frei.

Die Proben sind auf Hochtouren gelaufen. Das inklusive Ensemble um den Theaterpädagogen Johannes Wilhelm und den Pädagogen Markus Stindt will das Publikum mit schrägen Acts und außergewöhnlichen Szenen begeistern. Dabei trifft die antriebslose Ute trifft auf die Oberzicke Jessica, Frau Schulze-Weingarten redet sich mit Frau von und zu Lindberg in Rage, und niemand ist dazu bereit, der aufgelösten Kiwi bei der Suche nach Bettina zu helfen. Und Herr Conrad Constantin versucht den ganzen Laden zusammenzuhalten. Einzig Boris scheint den Durchblick zu behalten.

Die Theaterproduktion „Frei Schnauze“ ist innerhalb der Kunstburg ein Angebot des Gemeindepsychiatrischen Zentrums (Wohnheim Cloppenburg) in Kooperation mit der Liebfrauenschule Cloppenburg und der Katholischen Kirchengemeinde St. Andreas Cloppenburg.

Ziel ist es, Impulse für die Verwirklichung von Inklusion im sozialen Miteinander zu setzen. Viele Menschen mit Assistenzbedarf finden keinen Zugang zu gesellschaftlichen Angeboten, heißt es in einer Pressemitteilung zum Theaterstück. Die Gründe dafür seien vielfältig: Physische wie technische Barrieren, aber mehr noch Barrieren in den Köpfen der Menschen erschwerten beziehungsweise verhinderten die selbstverständliche Teilhabe aller an gesellschaftlichen Prozessen, heißt es von den Projektverantwortlichen.

Um Vorbehalte, Bewertungen, negativ besetzte Bilder, Unsicherheiten, Berührungsängste und Unwissenheit zu überwinden, bedürfe es Räume der Begegnung, die Menschen mit und ohne Assistenzbedarf in den Dialog brächten. Um diese Räume zu schaffen, seien Interventionen gefragt, mit all ihren Möglichkeiten der Auseinandersetzung, der Diskussion, der „Konfrontation“, des Zusammenseins. Hier möchte die Theaterwerkstatt ansetzen, die vom Kooperationsprojekt Kunstburg veranstaltet wird.

Mareike Wübben
Mareike Wübben Redaktion Münsterland