CLOPPENBURG - CLOPPENBURG/EB - Wer hätte gedacht, dass die Grundlagen für unsere moderne Welt in der Renaissance gelegt wurden? Diesen Zusammenhang hat die Klasse 7b der Liebfrauenschule Cloppenburg anhand eines fast zweistündigen Bühnenprogramms verdeutlicht. In 25 Szenen und mit mehr als 50 Haupt- und Nebenrollen stellte sie dem Publikum die bedeutenden Erfinder des 15. und 16. Jahrhunderts vor.

Im ersten Teil spielte die Schülerin Sarah Kalvelage souverän den deutschen Erfinder Johannes Gutenberg, der mit seiner Fortentwicklung des Buchdrucks die Grundlage für das Medienzeitalter legte. Dabei wurde durch das lebendige Spiel auf unterhaltsame und zugleich lehrreiche Weise deutlich, mit welchen Schwierigkeiten die berühmten Erfinder in ihrer zeitgenössischen Umwelt zu kämpfen hatten.

Auch der italienische Erfinder Leonardo da Vinci musste mit Rückschlägen fertig werden. In der Rolle da Vincis formulierte Fabian Wesselmann zunächst überzeugend dessen Traum: „Störche fliegen, Kraniche fliegen, der Adler kreist in den Lüften. Und wir Menschen: Sollen wir niemals fliegen?“ Doch bis zur erfolgreichen Umsetzung seiner Beobachtungen des Flugverhaltens der Vögel sollte es noch ein weiter Weg sein. Aber das Zeitalter der Maschinisierung war durch da Vincis Tüfteleien eingeläutet worden.

Im dritten Teil des Theaterstückes gelang es der Schülerin Laura Pigge als Galileo Galilei aufzuzeigen, wie dieser berühmte Astronom durch seine Entdeckungen in lebensgefährliche Schwierigkeiten geriet. Denn dass der Jupiter von Monden umkreist wird und die Erde die Sonne umrundet, wollten die Gelehrten seiner Zeit nicht wahrhaben, obwohl Galilei ihnen die Wahrheit durch sein neuartiges Fernrohr – wortwörtlich – vor Augen führte.

Bei dem aufwendig mit Requisiten und Kostümen ausgestatteten Bühnenstück zur Epoche der Renaissance führte die Geschichts- und Lateinlehrerin Monika Stücker Regie und steuerte aus eigener Feder Liedtexte bei, mit denen die Leistungen der Erfinder von den Schülern nach bekannten Melodien besungen wurden.

Für die Musik sorgten der Chor und die Bläsergruppe der Klasse, die unter der Leitung des Musiklehrers Dr. Martin Weber die etwa 150 Zuschauer zum Mitsingen animierten. Durch die Projektion von großformatigen Bildern und Kulissen erschuf die Kunstlehrerin Maaike Ellerbroeck stilvolle Stimmungen zu den einzelnen Szenen.

Die Textsicherheit und Spielfreude der Schülerinnen und Schüler sowie der hohe thematische Anspruch der Aufführung wurden vom Publikum zu Recht mit lang anhaltendem Beifall bedacht.