CLOPPENBURG - Der schwarze Tod trägt ein rotes Kostüm – die Pest ist umringt von dunklen Gestalten mit überdimensionalen Gesichtsmasken. Der Tod, dessen Sense eher einem Hirtenstab ähnlich sieht, steht scheinbar teilnahmslos daneben.

Pest, verpestete Bürger und der Tod – das sind rund 15 Schülerinnen der Berufsfachschule Sozialpädagogik an der BBS am Museumsdorf. Die jungen Damen proben an diesem Mittwoch ihre Szene auf der Bühne der Stadthalle unter „Echtheitsbedingungen“: Denn am Sonnabend, 20 Uhr, und Sonntag, 18 Uhr, hebt sich hier der Vorhang für die große Theaterrevue zum Jubiläum „575 Jahre Stadtrechte Cloppenburg“.

Die Aufregung und Angespanntheit ist Theaterdirektor Bernd Kleyboldt – im zivilen Leben Leiter des Umweltzentrums Stapelfeld – mittlerweile anzumerken. Unter den kritischen Augen von u.a. Heinz-Dieter Grein (mit Ludwig Kleinalstede Texter des Stückes), Dr. Klaus Weber (Vorsitzender der „Dachorganisation“ Kulturforum) und Christiane Hagemann (Kulturamt) gibt er ständig Regieanweisungen an den Beleuchter, die Musiker und die Schauspieler. Schließlich soll am Wochenende nach einer mehr als zweijährigen Vorbereitungsphase alles perfekt sein.

„Wir wollen keinen Schulunterricht über die Geschichte Cloppenburgs geben, sondern sie in poetischen, dramatischen und kabaretthaften Episoden mit einem Augenzwinkern schildern“, erklärt Kleyboldt. Rund 100 Darsteller zwischen acht und 80 Jahren, die alle in Cloppenburg leben und/oder arbeiten und/oder zur Schule gehen, sind seit Monaten mit Feuereifer bei den Proben.

Im Zeitraffer – sechs Jahrhunderte in zwölf Szenen – erlebt der Zuschauer die besonderen Ereignisse der Stadtgeschichte mit. Von der Vorstellung des Stadtwappens über den kampferprobten Drost Wilke Steding (gespielt von Klaus Weber) und die feierlichen Ereignisse zur Gründung des Oldenburger Münsterlandes bis hin zum Brand des neuen Rathauses in den 90er Jahren des vorigen Jahrhunderts finden die geschichtsträchtigen Begebenheiten ihren Platz in dieser „Theater-Revue“. Auch die legendären „Bänkelsängerinnen“ der Mühlenstraße kehren auf die Bühne zurück.

 Eintrittskarten gibt es im Vorverkauf bei der Stadthalle Cloppenburg, Mühlenstraße 20 bis 22 (Telefon  0 44 71/ 92 28 28), zu Preisen zwischen zwölf und 18 Euro (sechs und zehn Euro ermäßigt für Schüler und Studenten) sowie mit jeweils 50 Prozent Ermäßigung für die Inhaber des Cloppenburger Familienpasses.

Carsten Mensing
Carsten Mensing Redaktion Münsterland