CLOPPENBURG - Nach der gelungenen Premiere mit „Woyzeck“ geht die neu gegründete Cloppenburger Studio-Bühne jetzt mit „Leben wie die Schweine“ an den Start. Das sozialkritische Drama des britischen Autors John Arden aus dem Jahre 1958 wird am Freitag, 4. März, Dienstag, 8. März, jeweils 19.30 Uhr, und am Donnerstag, 10. März, 10 Uhr (Schulvorstellung) in der Münchhausenscheune des Museumsdorfes gezeigt.
Für die Besucher ist der alte Eingang an der Museumstraße geöffnet. Die Spieldauer beträgt circa 100 Minuten ohne Pause.
In dem Stück, das nicht zum Standard-Repertoire auf deutschen Bühnen zählt, treffen drei soziale Milieus aufeinander, die sich gegenseitig für ihr Leiden am sozialen Umfeld verantwortlich machen. Verklemmte Kleinbürger, die einem geregelten Leben nachgehen, Asoziale, modernes Prekariat, das aus seinem alten Eisenbahnwaggon vertrieben wird, und Roma, fahrendes Volk, das als „Zigeuner“ diskriminiert wird, ertragen ihre menschliche Nähe in einer öden Reihenhaussiedlung nicht. Sie entfalten ein Konfliktpotenzial, das ihre bisherige soziale Ordnung zerstört. Mit Schuldzuweisungen ist jeder schnell zur Hand, am Ende sind es dann doch die „Scheißzigeuner“, die für die Randale verantwortlich gemacht werden.
Mit dem Untertitel „Ein Bericht über die Lage der unteren Klassen im Zeitalter des großen Reichtums“ setzt die Regie von Dr. Hubert Gelhaus und Ina Diesing bewusst auf aktuelle Bezüge, die sich aus den globalen Finanz- und Wirtschaftskrisen der Gegenwart ergeben. Das Bühnenbild steuert der Cloppenburger Künstler Wilfried Körtzinger bei.
Begleitet wird das Theaterprojekt von einer kleinen Ausstellung mit Bildern des Künstlers Otto Pankok (1893 bis 1966). Dessen Leben und Werk standen in Verbindung zur verfolgten Minderheit der Sinti und Roma, die in Teilen Europas heute wieder ausgewiesen und verfolgt werden. In zahlreichen „Sinti-Porträts“ widmete sich der Maler, Graphiker und Bildhauer Pankok dem Schicksal der „Zigeuner“.
