CLOPPENBURG - „Das Thema ,Deutschland’ ist derzeit angesagt“, behauptet Lutz von Rosenberg Lipinsky. Der Hamburger Kabarettist gastierte am Freitagabend mit seinem aktuellen Programm „Gebrochen deutsch“ im Hotel Taphorn.

Kabarett sei für das gehobene Bildungsniveau – quasi eine Ü-30-Party. Der Künstler schaute in den mehr als halb vollen Saal und berichtete erst einmal von seinem schweren Leben in Wellingsbüttel, das zwar nach „Wellness“ klinge, aber nichts davon habe. Da klinge „Poppenbüttel“ doch ganz anders. Aber das sei gestern gewesen, heute seien es der Garten, die Äpfel und die Maulwürfe, die ihn beschäftigten. Mit seiner Hochzeit habe er die Freizügigkeit „outgesourct“.

Und dann legte der 44-Jährige los und nahm typische Eigenheiten des Deutsch-Seins ins Visier seiner Spitzen. Schnell stellte er fest, dass es in Cloppenburg wie im Westfälischen Schützen gibt.

Vom Schützenfest ging es weiter zu den Feiertagen. Dass die Nationalhymne zum Sendeschluss im Fernsehen nicht mehr ertönt – es gibt keinen Sendeschluss mehr – darüber sei er froh. Denn das habe für ihn immer bedeutet: „Nationalhymne und dann kommt nichts mehr.“

Weiteres typisch Deutsches, wie die Bundesbahn mit ihrer Unpünktlichkeit oder die „Mitmachgesellschaft“, die sich nach dem Prinzip „Ikea“ durchgesetzt habe, nahm der „Prosument“, wie er sich selbst bezeichnete, bei seinem Standup-Kabarett in sein Lästermaul.

Denn: „Deutsch ist, wer dazu gehört, gemeinsam oder allein“ und „wenn alle allein sterben – dann gute Nacht“. Das war die „gebrochen deutsch“ Botschaft des Abends an das Publikum.

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