CLOPPENBURG - Leicht würzig, so beschreibt Thora Humbert aus Oldenburg den Geschmack der Blütenblätter einer lilafarbenen Herbst-Chrysantheme. „Damit kann man ein Gericht schön abrunden und dekorieren“, erläutert Bioland-Gärtner Herbert Vinken. Mit seinen ungespritzten Blumen und Kräutern ist er einer von weiteren 70 Ausstellern auf dem fünften Markt regionaler Produkte und Spezialitäten aus dem Nordwesten am Sonntag im Cloppenburger Museumsdorf. „Wir sind Genießer“, sagte Humberts Begleiter Michael Wegner und fügte an, dass sie ihr Obst und Gemüse regelmäßig frisch auf Wochenmärkten kaufen.

Und Genießer gab es viele an diesen schönen Spätsommertag im Museumsdorf. So nutzten Dorottya und Christoph Grunewald aus Cappeln mit ihren Kindern Benedikt und Johanna die Gelegenheit, an alten Apfelsorten zu schnuppern. „Die Roten duften intensiver“, war sich der Vater sicher. Auch der Schinken von den Bunten-Bentheimer-Schweinen mundete den meisten Besuchern. „Wunderbar, ein ganz anderer Geschmack“ urteilte Peter Scholz aus Delmenhorst. „Qualität hat seinen Preis“, fügte er hinzu, bevor er noch ein Stück probierte.

Derweil versorgten die Kleinen im Kinderrestaurant die Erwachsenen. Die neunjährige Julia hatte dabei richtig Spaß und belegte liebevoll das nächste Kräuterfladenbrot. Draußen vor dem Hof Hoffmann servierte gekonnt die zehnjährige Mala zwei Apfelpfannkuchen und sagte höflich: „Die Tomatensuppe kommt gleich.“ Die Gäste waren hier genauso zufrieden wie im Hof Quatmann. Hier bekamen die Besucher am Büfett des Nordwestes regionale Spezialitäten auf ihre Teller.

Und das ist ein Ziel der Messe, sind sich die Veranstalter einig. Museumsdirektor Professor Dr. Uwe Meiners will zwar die Fast-Food-Gesellschaft nicht verdammen, jedoch vermitteln, dass es da noch etwas anderes gibt. „Wir sind keine Weltverbesserer, aber Kartoffeln sind nicht nur länglich und dünn.“

Dass sich das Bewusstsein für gutes Essen im Nordwesten immer weiter durchsetzt, beweise das Spargel- oder Wildessen in der Region, so der allgemeine Vertreter des Cloppenburger Bürgermeisters, Andreas Krems. Der Schirmherr des Marktes, Diepholz’ Landrat Gerd Stötzel, erklärte, dass die zahlreichen TV-Kochshows einen bewussteren Umgang mit Nahrungsmitteln vermitteln würden. Von den „Schätzen der Region“ sprach Hartwig Dannemann (Stadt Oldenburg). Für ihn ist der Markt „Genuss im Nordwesten“ die Auftaktveranstaltung der Reihe „Tag der Regionen“. Dr. Klaus Ruwisch von Slow Food glaubt, dass der Markt eine wichtige Funktion für die bewusstere Ernährung mit heimischen Produkten habe, ohne dass er Gewinne mache. Umso mehr freute sich der Oldenburger, dass in diesem Jahr 20 neue Aussteller dabei sind.