CLOPPENBURG - CLOPPENBURG/EB - Die Schuldner- und Insolvenzberatung der Diakonie in Cloppenburg hat aufgrund des steigenden Beratungsdrucks eine weitere Mitarbeiterin eingestellt. Pfarrvikarin Hanja Harke unterstützt die Präventionsarbeit in unterschiedlichen Gruppen und entwickelt sie konzeptionell und inhaltlich mit den Beratern und Beraterinnen weiter.

Dabei will sie besondere Unterrichtsmodelle für Schulen und Gruppen zusammenstellen. Daraus soll eine kleine Medienstelle für Prävention in der Schuldnerberatung entstehen. „Mitte des Jahres können dann Lehrer, Jugendgruppenleiter und andere pädagogisch Tätige bei uns Material ausleihen“, sagt Hans-Jürgen Hoffmann, Leiter der Diakonie in Cloppenburg.

Hanja Harke war in der Jugendarbeit im Kreisjugenddienst Vechta und als Vikarin in den Kirchengemeinden Lastrup und Lindern tätig. In diesen Gemeinden verbleibt auch jetzt ein allerdings kleinerer Teil ihrer Arbeitszeit.

Die Statistik der Schuldnerberatungsstelle macht nach Aussagen von Hoffmann die zwingende Notwendigkeit der vorbeugenden pädagogischen Arbeit deutlich. Im vergangenen Jahr wurden 241 Personen oder Familien beraten. Hinzu kamen rund 600 telefonische Beratungen. Von 241 Personen, die in die Beratungsstelle kamen, waren allein 64 unter 30 Jahre alt. Bei 56 Menschen führte überwiegend die Arbeitslosigkeit und bei 53 eine ehemalige Selbstständigkeit zur Überschuldung. Weitere Gründe waren Scheidung, Krankheit und unreflektiertes Konsumverhalten.

Weiter geht aus der Bilanz hervor, dass in 159 Fällen auch Kinder von der Überschuldung betroffen sind. Handyschulden traten bei jungen Leuten vermehrt auf. „Diese Zahlen machen deutlich, dass Schuldner- und Insolvenzberatung nur in enger Verbindung mit Präventionsarbeit gesehen werden kann“, meint Beraterin Marlies Voges. Prävention sei neben der finanziellen und wirtschaftlichen Beratung auch eine pädagogische Herausforderung für die Mitarbeiterinnen, betonte Hoffmann.