Cloppenburg - Jahrelang führte die Kunst in Cloppenburg ein Vagabundendasein, fand an verschiedenen Stellen der Stadt nur vorübergehende Quartiere, bevor sie nun im alten Güterschuppen des neuen Kulturbahnhofs endlich sesshaft geworden ist: Mit der Ausstellung „CLP (Cloppenburg) Rapid“ des Düsseldorfer Künstlers Jochen Mühlenbrink hat der Kunstkreis Cloppenburg am Sonntagmorgen seine neue Kunsthalle an der Bahnhofstraße 82 eröffnet. Die Bilder sind bis Mittwoch, 5. August, dort zu sehen.
Kampf ums Geld
Der lange Kampf um die Finanzierung der rund 250 000 Euro teuren Halle ist nun beendet, die Freude darüber steht dem Kunstkreisvorsitzenden Dr. Martin Feltes förmlich ins Gesicht geschrieben. „Wir sind stolz und glücklich. Wir haben noch viele Künstler in der Warteschleife, die ihre Werke in unseren Übergangsquartieren nicht präsentieren konnten“, sagt er kurz vor seiner Eröffnungsrede im Gespräch mit der NWZ .
Und auch die Cloppenburger sind offenbar wieder neugierig geworden auf Kunst in der Stadt. Gleich zweimal muss Kunstkreis-Vorstandsmitglied Dr. Robert Berges weitere Stühle herankarren, damit zumindest die Hälfte der rund 100 Eröffnungsgäste in der schwülwarmen Atmosphäre einen Sitzplatz findet.
Künstler Jochen Mühlenbrink entdeckt seine Bildmotive im Alltäglichen. Er bannt vor allem Container, Laster und Verpackungen mit dem Ansatz der „Trompe l’oeil-Malerei“ – zu Deutsch: Augentäuschung – auf der Leinwand. So ist der Klebestreifen auf dem Bild „Daily“ nicht echt oder gar beim Auspacken vergessen worden, sondern von Mühlenbrink ganz täuschend echt gemalt worden.
Mühlenbrinks Motive aus der Alltagswelt passen perfekt zur Architektur der neuen Kunsthalle – einem Zeugnis der Industriekultur. „Ich war begeistert von den Räumlichkeiten“, sagt auch der Künstler selbst gegenüber der NWZ .
Knappe Antworten
Ansonsten kommen ihm eher kurze Statements über die Lippen. Auf die Frage, was er 2006 als Meisterschüler des „Künstlergenies“ Markus Lüpertz in Düsseldorf gelehrt habe, antwortet der 35-Jährige lediglich mit einem lapidaren „Nichts“.
Und warum er den Ausstellungstitel „CLP Rapid“ gewählt habe, beantwortet Mühlenbrink erst gar nicht. „Warum nicht?“ stellt der gebürtige Freiburger, der auch in Oldenburg lebt, mit einem schelmischen Grinsen lieber eine Gegenfrage.
