COLLSTEDE - Rund um das alte Reetdachhaus, die Keimzelle der Jugendhilfe Collstede, wurde am Freitag gebührend das Jubiläum gefeiert. Gemeinsam mit den Mitarbeitern hatten die Kinder und Jugendlichen ein großes Marktfest aufgebaut. Es gab Wurfspiele, Laubsägearbeiten, Karaoke, Torwandschießen, Ponyreiten und viele kulinarische Spezialitäten. Auf der Bühne unterhielten die Kinder und Jugendlichen ihre Gäste mit Theater und Musik.

Nachbarn, derzeitige und ehemalige Mitarbeiter, Vertreter der Gemeinden, der Kirchengemeinden, der Jugendämter, der Schulen und der Polizei sowie viele Kinder und Jugendliche waren nach Collstede gekommen.

Eröffnet wurde das Festprogramm mit gekonntem Trommelspiel. Anschließend ließen Wolfgang Bartels, Geschäftsführer des Diakonischen Werkes der Ev.-Luth. Kirche in Oldenburg, sowie Hilmar Weber, Leiter der Einrichtung, die Entwicklung der Jugendhilfe Collstede Revue passieren und gaben einen Ausblick auf die Zukunft. Bartels skizzierte die Entwicklung vom Pflegenest für acht Kinder zur Jugendhilfe, die 96 Kinder und Jugendliche betreut. Mit dem Aufbau der unterschiedlichen stationären Betreuungsangebote, der Inbetriebnahme einer staatlich anerkannten Ersatzschule als Förderschule und der Bereitstellung ambulanter Dienstleistungen wurde ein Jugendhilfeangebot geschaffen, das heutigen professionellen Anforderungen entspricht.

Die Einrichtung hat ein zertifizierungsfähiges Qualitätsmanagementsystem aufgebaut, berichtete Weber, jüngstes Produkt ist ein Rechtekatalog, den die Kinder und Mitarbeiter gemeinsam erstellt haben. Als nächstes soll am Beschwerdemanagement gearbeitet werden.

Viel Lob für die Arbeit der Jugendhilfe gab es von den Gastrednern wie von Brigitte Wagner vom Niedersächsischen Landesamt für Soziales, Jugend und Familie. „Die Leistungskräfte stellen sich mit viel Eigeninitiative und Engagement den aktuellen Herausforderungen der Heimerziehung“, sagte sie.

„Wir kommen gut miteinander aus“, lobte Zetels Bürgermeister Heiner Lauxtermann die Zusammenarbeit der Gemeinde mit der Jugendhilfe. Der Erfahrungsaustausch könnte auf einigen Gebieten noch intensiver sein. So könne die Gemeinde von den Erfahrungen der Jugendhilfe im Bereich von Prävention profitieren. Auch die Kirche arbeitet gerne mit der Jugendhilfe zusammen, betonte Neuenburgs Pastor Christian Scheuer. Viele Mädchen und Jungen aus der Einrichtung hat er bereits konfirmiert.

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