COLNRADE - Der Anlass hätte nicht besser gewählt werden können: Am Ostersonntag erklangen die 925 Pfeifen der Heyder-Orgel aus dem Baujahr 1858 nach der Renovierung erstmals wieder in der St.-Marien-Kirche in Colnrade in imposanter Klangfülle und -vielfalt.
In einem Familiengottesdienst nutzte Pastorin Dr. Marikje Smid die Möglichkeit, Danke zu sagen. Denn nach nur zweieinhalb Jahren waren 12 000 Euro allein von der Kirchengemeinde hauptsächlich über Spenden aufgebracht worden, um die rund 20 000 Euro teure Sanierung des Instruments zu realisieren. Den Rest steuerte die Landeskirche bei. „Wir haben uns heute unsere Orgel wiedergeschenkt. Die Zeit des Schweigens und Verstummens ist vorbei“, sagte Pastorin Smid in ihrer Predigt.
Am meisten freute die Weihung und Wiederinbetriebnahme der „Königin der Instrumente“ Katharina Breckweg, die sich mit Herz und Seele für die schnelle Instandsetzung der Kirchenorgel eingebracht hatte. Die Organistin war es auch, die sichtlich gerührt, die Tasten der Heyder-Orgel bedienen durfte und so den Familiengottesdienst neben den Kirchenbläsern und dem Gesang der Gemeindemitglieder musikalisch untermalte.
Aber auch Orgelbaumeister Stefan Linke konnte seine Freude nicht verbergen. „Ich habe schon viele Orgeln repariert, aber noch nie so eine Freundlichkeit und so ein Engagement wie in Colnrade erlebt.“ In diesem Zusammenhang rief er Ruth Detering, Margarete Baumann und Katharina Breckweg in die Mitte, um sich bei ihnen für die freundliche Aufnahme während der vier Wochen währenden Sanierung zu bedanken. Von der Essensversorgung bis zur Unterbringung im Gartenhaus sei der Arbeitsaufenthalt angenehmen gewesen, so Linke.
Bevor die Kinder der Marienkäfer-Gruppe mit Tanz und Gesang den Ostergottesdienst und die Einweihung der Orgel unterstützten, zeigte Orgelbaumeister Linke zusammen mit Katharina Breckweg das große Klangspektrum der Heyder Orgel auf. Er erklärte, was ein Hauptwerk ist, welche Registrierungen und damit Klangvariationen es gibt und auch, dass einige Pfeifen älter als das Instrument seien und aus dem 17. Jahrhundert stammen. Nach dem Gottesdienst konnte beim Kirchenkaffee noch einmal allen Unterstützern ein direkter Dank ausgesprochen werden.
Ein Orgelkonzert zur Wiedereinweihung gibt es am Sonntag, 4. Mai, in der St.-Marien-Kirche in Colnrade.
