Sande - Dass man hinter eine noch junge und schon recht erfolgreiche kulturelle Veranstaltungsreihe in Sande ein kleines Fragezeichen stellt, weil man am Ende mit einem kleinen Defizit von wenigen hundert Euro abschloss, zeigt, wie oft in Sande mittlerweile jeder Cent umgedreht werden muss. Und dass Kultur oft teurer ist, als unter dem Strich übrig bleibt, ist so ungewöhnlich auch nicht.
Defizit vertretbar
Am Ende aber herrschte Einigkeit im Fachausschuss für Sport, Kultur und Tourismus in Sande: „Cultura“ Neustadtgödens wird fortgesetzt. Im Herbst 2017 und 2018 soll es weitere Konzerte unter diesem Etikett geben. Eine Veranstaltungsreihe „Cultura“ im Frühjahr soll es dagegen vorläufig nicht geben.
„Veranstaltungen wie diese sind wichtig, um eine Gemeinde interessant und lebenswert zu erhalten“, sagte Christian Fiedler (Grüne). „Die Reihe wird bereits gut angenommen, das Defizit bewege sich in einem absolut vertretbaren Rahmen.“
Die Reihe „Cultura Neustadtgödens“ fand erstmals im vergangenen Herbst im Gemeindehaus Neustadtgödens statt. Start war damals mit der sehenswerten Pink-Floyd-Tributeshow des Breathe-Projects von Musikern aus Sande und Umgebung. Es folgten weitere Konzerte, darunter Liederabende am Klavier, Klassisches oder auch Folklore und Chorgesang.
Sechs weitere Konzerte folgten vor kurzem im Frühjahr in einer zweiten „Cultura“-Reihe. Zwölf Konzerte, die alle zusammen rund 13 000 Euro gekostet haben, die insgesamt rund 1000 Besucher sahen und die unter dem Strich ein Defizit von insgesamt 480 Euro einfuhren. Rund 30 Euro Minus pro Veranstaltung. „Das kann man locker tolerieren“, so Frank David (FDP).
Ob man nun anteilig Personalkosten hinzurechnen muss, wie Gisela Wübbenhost (CDU) anregte, weil die Veranstaltungsreihe von der Sander Verwaltung organisiert worden war, ist für Bürgermeister Stephan Eiklenborg zweitrangig: „Die Verwaltung ist auch dazu da, um das Leben in der Gemeinde zu fördern und Gemeinde erlebbar zu machen. Man darf es nicht unterbewerten, wenn Veranstaltungen wie diese nicht mehr stattfinden.“
Andreas Tieste (SPD) erinnerte daran, dass so manche inzwischen etablierte Veranstaltung in Sande oder anderswo am Anfang ein viel größeres Minus eingefahren hat.
So sorgt „Cultura“ auch künftig für Konzerterlebnisse. Im Spätherbst soll es die nächste Auflage in Verbindung mit den Landesliteraturtagen geben. Die nächste folgt dann im Herbst 2018. Vorwiegend will man dabei auf Künstler und Gruppen aus der Region setzen.
Interesse wecken
Thema in Sande ist auch die mögliche Gründung eines Fördervereins für die Gemeindebibliothek. Ähnliche Fördervereine oder Freundeskreise gibt es bereits in Friedeburg, in Hesel oder Rhauderfehn. In Sande waren im Zuge der Haushaltskonsolidierung mögliche Einschränkungen im Bibliotheksbetrieb angesprochen worden.
Der Förderverein könne zum Beispiel Vorlesestunden und Ferienpassaktionen veranstalten, Bücherflohmärkte organisieren, Sponsoren werben, eine Facebook-Seite für die Bücherei betreiben oder bei Veranstaltungen der Bibliothek helfen.
„Es kann aber nicht sein, dass der Verein der Gemeinde dabei hilft, Sachkosten zu verringern“, mahnte Christian Fiedler. Die Gemeinde Sande will nun zunächst das Interesse an einem solchen Verein oder Freundeskreis in Sande abklopfen.
