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NWZonline.de Nachrichten Kultur

„Die Toten Hosen“ – und nicht etwa tote Hose

19.07.2018

Cuxhaven Das Deichbrand-Festival wird auch im kommenden Jahrzehnt das Highlight in der Gemeinde Wanhöden bleiben. Der Bürgermeister der Gemeinde Wurster Nordseeküste, zu der Wanhöden gehört, und die Veranstalter schlossen einen Vertrag bis 2027. „Das Festival ist ein Riesenglück für uns. Das ist wie die fünfte Jahreszeit woanders der Karneval“, sagte Bürgermeister Marcus Itjen. Rund 100 Bands und Acts stehen bei der 14. Auflage des Festivals vom 19. bis zum 22. Juli auf dem Programm, darunter „The Killers“ aus Las Vegas, „Casper“ und „Die Toten Hosen“.

Das Deichbrand-Festival, das die ersten vier Jahre in Cuxhaven organisiert wurde, feiert dieses Jahr sein zehnjähriges Jubiläum in Wanhöden. „Dass wir jetzt zehn Jahre Planungssicherheit haben, ist für uns extrem wichtig“, sagte Marc Engelke, Geschäftsführer des Veranstalters ESK Events&Promotion GmbH. ESK investierte einen „sechsstelligen Betrag“ unter anderem in das Wasser-, Strom- und Digitalsystem. Es wurden drei Brunnen auf dem Gelände gebohrt. Das Abwasser geht mit Tankfahrzeugen (im Jargon: „Kacke-Shuttle“) direkt in die Kläranlage und auch das Stromnetz ist autark. Das öffentliche Stromnetz des kleinen Ortes Wanhöden (Kreis Cuxhaven) wäre wohl schnell überfordert.

Viele Festival-Besucher haben mittlerweile durchaus Ansprüche an Komfort. „Das ist nicht mehr wie in Woodstock, wo vielleicht Dixi-Klos und Bierduschen reichten“, so Engelke. Bei dem Festival gibt es auf 2100 Quadratmetern „den größten Aldi aller Zeiten“, der bis Mitternacht geöffnet hat. Auch Rossmann ist vertreten. Pizza, Asia-Food, Döner, Tacos und Quesadillas, Falafel, Schawarma - alles gibt es an den Ständen auf dem Gelände beim See-Flughafen Cuxhaven/Nordholz. Auch der Flugplatz ist praktisch: Dort werden die „Killers“ mit ihrem Team landen, bevor sie am Samstag um 22.30 Uhr auf der Bühne loslegen.

Vor zehn Jahren war die Zahl der Fans in Wanhöden mit 9000 noch sehr überschaubar. Die Marke von 50.000 wurde 2016 geknackt. „Früher fanden es die Leute cool, eine Platte oder eine CD von der Band zu haben. Heute ist es cool, die Band live zu erleben“, führt Engelke einen Grund für die wachsende Festivalkultur auf. Die Veranstalter bekamen bisher für das Deichbrand-Event nur Ein-Jahres-Verträge. Das lag daran, dass das „Infield“, der innere Festival-Zirkel mit den Bühne, mitten im Industriegebiet Wanhöden lag.

Das Infield wurde nun etwas verlagert. Letztlich sei das ganze Festival-Gelände noch einmal von vorne bis hinten neu durchgeplant worden. Der so möglich gewordene Vertrag umfasst die Jahre 2018 bis 2027. „Theoretisch gibt es nun Platz für bis zu 65 000 Besucher“, sagte Itjen. Dass das Festival wachsen kann, hat es gezeigt. Engelke träumt insgeheim von einem Top-Act wie Bruce Springsteen. Das würde dann andere Dimensionen annehmen und vermutlich auch höhere Ticketpreise nach sich ziehen. Zu den Topbands gehören in diesem Jahr Wolfmother, Mando Diao, Amy MacDonald und Kettcar. Die ersten Konzerte starten bereits am Donnerstag. Das Kombiticket kostet inklusive Campingmöglichkeit für alle vier Festivaltage 149 Euro, das Tagesticket 89 Euro.

Auch für die Polizei ist das Festival ein Großeinsatz. Die Cuxhavener Beamten bekommen Unterstützung unter anderem aus Braunschweig, Hannover und Oldenburg. „Es gibt eine kleine Festival-Wache und ein richtiges kleines Containerdorf für die Einsatzkräfte“, sagte Polizeisprecher Carsten Bode. „Mit dem friedlichen Flair des Festivals sind wir sehr zufrieden.“ Man müsse sich vorstellen, dass 50 000 Menschen auf begrenztem Raum fast vier Tage zusammen verbrächten. „Da ist die Zahl der Straftaten von durchschnittlich 120 doch sehr gering.“ Bei den meisten Delikten handele es sich um Diebstähle.

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