Dangast - „Dich sanft zu töten“, das klingt nach einem spannenden Krimi. Wenn dann noch zwei ganz unterschiedliche Schreibstile aufeinandertreffen, verspricht das einen spannenden Abend. Und diesen boten Susanne Kliem und Tanja Kruse am Freitag im alten Kurhaus.

Beste plattdeutsche Geschichte: Das sind die Preisträger

Bei den 51. Literaturtagen wurde am Samstag erstmals der Gerd-Lüpke-Preis für die beste plattdeutsche Kurzgeschichte vergeben. Unter dem Motto „Nich to glöven“ gingen 28 Geschichten vorwiegend von Hobbyautoren ein.

Gewonnen hat schließlich der Text „En Teken“ der Autorin Sonja Dohrmann aus Hamburg. Er handelt vom Abschiednehmen, eine ergreifende Geschichte vom Tod ihres Vaters. Platz zwei ging an Claudia Ducci aus Varel. Ihr Text „Nich to glöven“ mit viel Wortwitz handelt über einen verunglückten Morgen und hat einen überraschenden Ausgang. Platz drei teilen sich Arne Lentföhr aus Kiel mit seiner Geschichte „De Süük“ und Helga Baumbusch aus Steinhausen. Ihr Text „Cool man“ handelt von bekannten Plätzen, Seehunden sowie vergnüglichen und wundersamen Erlebnissen.

Die Jury bildeten neben Dr. Achim Engstler, Autor aus Varel, Hans-Georg Buchtmann, Vorsitzender des Vareler Heimatvereins, Wolfgang Busch, Beauftragter für plattdeutsche Sprache in Friesland, und Dr. Garrelt van Borssum von der Carl-von-Ossietzky-Universität.

Der Preis würdigt einen der bekanntesten plattdeutschen Autoren im norddeutschen Raum: Gerd Lüpke (1920–2002). Bei der Preisverleihung sorgte Sabine Hermann für Musik.

Die beiden auflagenstarken Krimi-Autorinnen präsentierten bei den 51. Niedersächsischen Literaturtagen eine Bücher-Lese-Show. Bei der Kriminacht „Killing You Softly“ spielten sie sich auf der Bühne die Bälle zu, zeigten am Beamer Intimes und Privates und stellten mit ihren aktuellen Büchern die beiden Endpole des Krimi-Genres vor: von düster bis heiter – vom psychologischen Spannungsroman bis zur Krimödie.

Da kommt beispielsweise Milla bei einer nächtlichen Schwimmbad-Party ums Leben. Viele Jahre später treffen die Akteure aber wieder aufeinander. Oder Kriemhild muss sich tot stellen, damit ihre Schwester eine Beerdigung organisieren kann.

Die Zuschauer erfuhren etwas von der Weihnachtsbaummafia, einer Pfarrerstochter, die ein ziemlich wildes Huhn ist, oder auch über die schwierige Recherche in einem Schwimmbad für stimmige technische Romaninhalte. Als dann die Schriftstellerinnen einige Passagen der anderen in ihrem ureigenen Stil vortrugen, sorgte dies beim gebannt lauschenden Publikum für Heiterkeit.

Ebenso heiter bis düster klangen die Musikstücke der Band „Kleinstadtblues“, die den Krimi-Abend musikalisch umrahmte.