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Ausstellung Von Andreas Joerißen Mysteriöses Kind wieder zurück in Dangast

Olaf Ulbrich
Olaf Ulbrich Gösta Berwing

Dangast - Dieses Mysterium lockte vor vier Jahren sogar das ZDF-Fernsehen nach Dangast. Mitten im Watt, etwa 800 Meter vom Strand vor dem städtischen Campingplatz entfernt, hatten Touristen eine 70 Zentimeter hohe und knapp 20 Kilo schwere blaue Kinderskulptur entdeckt – und damit eines der größten Rätsel entfacht, das die Dangaster Kunstszene je erlebt hat. Und das schließlich vom „Gemeinnützigen“ gelöst worden war. Am Wochenende kehrte das „blaue Kind“ nach Dangast zurück. Für eine Ausstellung des Schöpfers Andreas Joerißen aus Heinsberg bei Aachen (siehe Infobox).

Bis 27. Juni zu sehen

Die Ausstellung „Der Mensch, die See und ein Geheimnis“ mit Werken des Künstlers Andreas Joerißen im Weltnaturerbeportal Dangast, Edo-Wiemken-Straße, läuft bis zum 27. Juni. Geöffnet ist täglich von 9 bis 20 Uhr. Der Eintritt ist frei.

Die Skulpturen des 1965 in NRW geborenen Bildhauers wirken erst einmal dem Zeitgeist der Welt entrückt. Die überwiegend aus Eichenholz und aus einem Stamm gefertigten Skulpturen sind aufwendig gearbeitet und vom Künstler selbst in der Art der Fassmalerei bemalt und teils vergoldet.

Spur führt ins Rheinland

Doch wo war das Werk einst eigentlich hergekommen? Fiel die Steinskulptur von einem Schiff? Wurde sie vielleicht sogar eigens vor Ort platziert? Die Schlagzeilen über den seltsamen Fund verbreiteten sich über NWZ-Online im gesamten Bundesgebiet. Tatsächlich meldete sich auf den Fahndungsaufruf der Redaktion ein Leser und brachte Licht ins Dunkle: Leo Jongen aus Wassenberg bei Düsseldorf gab den entscheidenden Hinweis.

Er war im Internet auf die NWZ-Berichte gestoßen und meldete sich in Varel. „Ich hatte die Skulptur ein paar Wochen zuvor schon einmal in Nordrhein-Westfalen gesehen und später zufällig auch im Internet bei Facebook darüber gelesen“, sagte er. Die NWZ verfolgte die Spur in dem sozialen Netzwerk weiter und machte schließlich Andreas Joerißen ausfindig.

Drei Varianten zu sehen

Damals entdeckte er seine Liebe zu Dangast. Das Nordseebad am Jadebusen ließ ihn nicht mehr los. Über die Bekanntschaft mit dem Dangaster Künstler Rudolf Behrens, der sich 2015 intensiv an der Suche nach des Rätsels Lösung beteiligt hatte, brach der Kontakt nie ab. Schließlich entschied sich Joerißen, seine Werke im Foyer des Weltnaturerbeportal an der Edo-Wiemken-Straße auszustellen. Vermittelt von Rudolf Behrens, nahm er Kontakt zur Kurverwaltung auf. Dann ging alles ganz schnell.

Zu sehen ist in der Schau natürlich das „blaue Kind“. Und das gleich in drei Ausfertigungen: Zunächst das Original (der Holzschnitt, aus dem der Künstler die Abgussformen gefertigt hat), dann den allerersten Guss (den er nie aufgestellt oder verkauft hatte) und natürlich das Dangaster Objekt „Nr. 4“.

Dieses verwahrt Rudolf Behrens bei sich. Zwar durften es die glücklichen Finder vor fünf Jahren behalten. Michaela Droste aus Neuenkirchen-Vörden, die das „blaue Kind“ seinerzeit gemeinsam mit ihren Töchtern Lacey und Justine im Dangaster Watt entdeckt hatten, verkaufte es dem Dangaster Künstler.

„Bei mir lebt es als Kunstwerk weiter und wandert“, sagt er. Behrens stellte die Skulptur an mehreren Stellen auf, unter anderem in Oldenburg und mehrfach in Dangast. Damit entfaltet es immer noch die Botschaft, die Andreas Joerißen dem Werk einst beimaß.

Besondere Botschaft

Mit den blauen Skulpturen will der Künstler auf den Missbrauch von Kindern hinweisen. Die linke Hand, die sich das Kind vor das Gesicht hält, soll dazu animieren, sich in solchen Situationen zu wehren, erläutert Joerißen. Er arbeitet auch als Psychotherapeut und erklärt: „Die Farbe Blau steht für die Freiheit der Kinder.“

32 solcher Kinder-Skulpturen hat der Künstler bereits in verschiedenen Städten in Deutschland, Italien, Frankreich, der Schweiz, den Niederlanden und Belgien abgestellt. Der jeweilige Finder darf sie behalten. „100 sollen es insgesamt werden“, sagt Joerißen. Danach möchte er einen Aufruf starten und eine Ausstellung mit allen Bildern der Fundorte und den Geschichten der Finder initiieren. Dann natürlich auch mit „Nr. 4“ aus Dangast.

Olaf Ulbrich
Olaf Ulbrich Kanalmanagement (Ltg.)
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