DANGAST - Das Nordseebad Dangast hat als historischer Schauplatz und auch als aktueller Künstlerort Potenzial. So sieht es Eske Nannen, Geschäftsführerin der Kunsthalle Emden sowie der Stiftung Henri und Eske Nannen/Schenkung Otto van de Loo.

Dangast, auch Wohnort des Malers Franz Radziwill (1895 bis 1983), sei geradezu prädestiniert für attraktive und publikumswirksame Begegnungen mit dem Thema Kunst, sagte Nannen beim 3. Treffen der Reihe „Künstlerort Dangast“ am Donnerstag im Alten Kurhaus in Dangast. Die Veranstaltung in Regie von Wirtschaftsförderung und Stadtmarketing Varel GmbH sowie der Oldenburgischen Landschaft – Schirmherr: Lutz Stratmann, Niedersächsischer Minister für Wissenschaft und Kunst – hatte zahlreiche prominente Gäste aus Politik, Wirtschaft und Tourismus, Kultur- und Schulwesen, darunter der Landrat des Landkreises Friesland, Sven Ambrosy, und nicht zuletzt Christian Sigismund Prinz von Preußen.

Dass eine „Publikumsgewinnung“ zu den vornehmsten Pflichten öffentlicher Kultur-Präsentation gehören sollte, unterstrich der stellvertretende Leiter der Abteilung Kultur im niedersächsischen Wissenschaftsministerium, Dr. Jörg Siewert. Öffentliche Kultur lebe von der Teilhabe; nur wenn das „Bürgerrecht auf Kultur“ sinnvoll gewährleistet werde, sei den zahlreichen Anbietern – zugespitzt: den womöglich schon allzu zahlreichen – der erwünschte Erfolg gewiss. Es gelte den Kontext von sozialer und – als Folge – kultureller Exklusion aufzuheben.

Der Bürgermeister von Varel, Gerd-Christian Wagner, betonte die Dangaster Symbiose von Kunst, Kultur und Natur. Das sei auch touristisch ein „Pfund“, mit dem es sozusagen zu wuchern gelte. Besonders begrüßte Wagner Prinz Christian, nicht ohne eine historische Anekdote von einem Stopp des Sonderzuges Wilhelms II. seinerzeit im Vareler Bahnhof.

Die Leiterin des Schlossmuseums Jever, Dr. Antje Sander, gab einen informativen Überblick über die historische Entwicklung der Kunst in der Region, bis hin zur Moderne, die besondere Inspiration des Zusammenklangs von Landschaft und See-Licht entdeckend. Wie das Thema Kunst in Dangast in einem 2009 beginnenden Kunst-Leistungskurs vermittelt werden soll, stellte der Leiter des Fachbereichs Kunst am Lothar-Meyer-Gymnasium Varel, Helmut Wahmhoff, dar. Einen Überblick über die gestalterische Arbeit unter anderem an dem markanten Logo „Nordsee-Dangast-Kunst und Natur“ gab der Designer Alto Kirchhoff, Jade.

Der Präsident der Oldenburgischen Landschaft, Horst-Günter Lucke, betonte die besondere Bedeutung einer publikumsnahen Erschließung des Themas Kunst. Die Landschaft freue sich da über die Dangaster Entwicklung, die sie sehr gern nach Kräften fördere. S.34