DANGAST - Wenn Gerold Müller auf Ameisen zu sprechen kommt, ist er in seinem Element. Während der Naturschutzausstellung anlässlich des Freilichttheaters „Edo Wiemken“ in Dangast hat Müller ständig eine Traube Menschen um sich herumstehen. „Ameisen ersparen uns viele Schäden im Wald“, sagt Müller. „Und es sind soziale Tiere“, hebt er die unterschiedlichen Bedeutungen der Ameisen heraus. Müller weiß, wovon er redet, war er doch 30 Jahre lang Förster. Er ist auch Vorsitzender der Deutschen Ameisenschutzwarte Ostfriesland, dem auch der Landkreis Friesland angeschlossen ist. Sie ist eine von elf Organisationen, die sich drei Wochen lang an der Naturschutzausstellung in Dangast beteiligt hat. „Viele Leute haben durch meine Erzählungen ihre Einstellungen gegenüber Ameisen geändert“, ist Müller überzeugt.
Ähnliches ist auch von anderen Ausstellungsständen zu hören. Die Zufriedenheit ist groß, weil sich so viele Naturschutzverbände bei so einer Gelegenheit wie das Freilichttheater darstellen konnten. „Das hat es bislang in dieser Form noch nicht gegeben“, meint Bernd Pannbacker vom BUND-Kreisverband Friesland. „Wir haben viele Gespräche geführt und konnten so viele Leute informieren.“ Der BUND konzentriert sich auf Wallhecken, Streuobstwiesen, Kopfweiden und Fledermausschutz. 19 Bunker und unterirdische Räume hat der BUND in Friesland und Wilhelmshaven als Winterquartiere für die nachtaktiven Tiere eingerichtet.
Nach Einschätzung von Armin Tuimann, der mit seinen Kollegen Ingo Logemann und Jens Eden von der unteren Naturschutzbehörde des Landkreises Friesland die Ausstellung koordinierte, haben rund 800 Besucher an jedem der 13 Theaterabende die Naturschutzausstellung besucht. „Die Rückmeldungen sind positiv. Wir haben sogar Anrufe im Kreishaus erhalten.“
Das sieht auch Michael Fischer von den Naturfreunden Deutschland, Ortsverband Zetel-Varel, so. „Wir sind auf großes Interesse bei den Besuchern gestoßen. Wir konnten zahlreiche Prospekte verteilen. Viele Leute waren überrascht, dass es in Zetel ein Naturfreundehaus gibt.“
Auch die Jägerschaft Friesland-Wilhelmshaven sorgte für überraschte Gesichter; denn so mancher Besucher habe nicht gewusst, dass das eine oder andere als Präparat ausgestellte Tier in der Region heimisch ist. Auf Schautafeln stellten die Jäger auch die positiven Wirkungen der Hegebüsche für das Überlegen freilebender Tiere in der ausgeräumten Feldflur dar.
Auch Christian Finken-
staedt von der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald, Kreisverband Friesland, ist zufrieden. „Es sind mehr Nachfragen gewesen, als ich gedacht hätte.“ Das Interesse für Naturschutz werde noch verstärkt, wenn so viele Gruppen bei einer Ausstellung sind.
Beteiligten Organisationen
