Dangast - „Orte wie Dangast zeigen, dass wir viel zu bescheiden sind, was den Tourismus in Niedersachsen angeht.“ Mehr Selbstbewusstsein bei der Vermarktung der touristischen Schätze Niedersachsens forderte Stefan Wittkop, Referent beim Niedersächsischen Städtetag, am Freitag in Dangast.

Verantwortliche aus Städten und Gemeinden in ganz Niedersachsen von Braunlage bis Cuxhaven waren im Weltnaturerbeportal Dangast zusammengekommen, um darüber zu diskutieren, wie sich Niedersachsen bei den Touristen besser vermarkten kann. Wittkop zeigte sich beeindruckt, wie Dangast als Tor zum Weltnaturerbe vermarktet wird.

„Man kann in Dangast sehen, wie wichtig es ist, auf Qualität zu setzen“, sagte auch Jan Edo Albers, Jevers Bürgermeister und Vorsitzender des Arbeitskreises „Tourismus“ im Niedersächsischen Städtetag. „Qualität ist das beste Rezept für erfolgreichen Tourismus“, sagte er und forderte, die Antragswege für diejenigen, die in den Tourismus investieren wollen, zu vereinfachen.

Überraschende Einblicke in den Kulturtourismus gab Dr. Katja Drewes, Tourismusexpertin aus Holzminden. Sie erläuterte, dass der Bewohner der beste Botschafter der Region ist und verblüffte mit einer Zahl: „Nur zwei Prozent der Touristen informieren sich im Veranstaltungskalender; der Tourist fühlt sich mehr angesprochen von Berichten Einheimischer.“

Die Bewohner der Touristenorte müssten mehr sensibilisiert werden, dass sie wichtige Multiplikatoren für kulturelle Einrichtungen seien. Drewes plädierte für einen „teilhabebezogenen Kulturtourismus“.

Interessante Zahlen hatte auch Frieslands Landrat Sven Ambrosy parat. Das Reiseverhalten habe sich geändert, sagte er, früher sei der durchschnittliche Tourist 550 Kilometer bis zu seinem Urlaubsort gefahren, heute 350 Kilometer. Das bedeute für Friesland, dass hier 15 Millionen potenzielle Touristen Urlaub machen.

Traute Börjes-Meinardus
Traute Börjes-Meinardus Redaktion Varel