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Watt-En-Schlick-Fest Fulminanter Auftakt in Dangast

Dangast - „Einfach alles!“ So lautet die Antwort der kleinen Mila auf die Frage, was ihr am Watt-en-Schlick-Fest (WES) am besten gefällt. Sie muss es wissen. Schließlich war sie schon fünf Mal dabei. In diesem Jahr feiert sie bei der sechsten Auflage der dreitägigen Party am Kurhausstrand von Dangast ihren sechsten Geburtstag.

Für Milas Vater Jan Varrelmann, einem gebürtigen Vareler, ist das Musik- und Kulturfestival „wie ein großes Klassentreffen“. Zusammen mit 5000 anderen Musikbegeisterten erlebte er am Freitag einen grandiosen Auftakt des Festes direkt an der Wasserkante. Denn: Die Flut schwappte zunächst fast bis an die Palettenbühne.

Pünktlich mit dem Nachmittag-Hochwasser startete die Familienparty. Von Anfang an herrschte eine außergewöhnliche Stimmung im Sand. In diesem Jahr kamen gleich zu Beginn so viele Gäste wie nie. Die ganz Schnellen hatten sich direkt einen der begehrten grünen Liegestühle gesichert, und ließen es mit einem Kaltgetränk in der Hand entspannt angehen.

Musik und Sport am Kurhausstrand

Samstag, 3. August: Dendemann, Moop Mama, Bonaparte, Ricky Dietz, Filous, Heinz Strunk, Chef’Special, Ahzumjot, Cari Cari, Golden Dawn Arkestra, Jazzanova, OG Keemo, Ronja von Rönne, Bodi Bill, Enno Bunger, Loyal, Faakmarwin, Moritz Krämer, Wwwater, Beranger, Machiavelli,Gianni Mae, Bruckner; Filme: Roads, Alle Anderen, Unzertrennlich, Mein Leben als Zucchini.

Sonntag, 4. August: Faber, Fatoni, Mavi Phoenix, Pauls Jets, Alli Neumann, Flowin Immo, Machiavelli, Ebow, Say Yes Dog, Sofaconnection, Giulia Becker, Blond, Tiflis, Bummelkasten, Muckemacher, Erdmöbel, The Black Seeds, Lisa Morgenstern, The Districts; Deutsche Meisterschaften im Schlickrutschen; Filme: Rocca verändert die Welt, All My Loving, Carmine Street Guitars. Der Secret-Headliner wird am Sonntagmorgen verraten.

Tickets gibt es nur noch als Tageskarte für den Festival-Sonntag.

Schweigeminute

Vor dem Auftritt der ersten Band eröffnete Festivalleiter Till Krägeloh die Sause. Dabei wurde es zunächst ganz still. Er forderte die Gäste zu einer Schweigeminute für die am vergangenen Samstag verstorbene Ulrike Tapken auf. Gemeinsam mit ihrem 2016 gestorbenen Mann Karl-August Tapken bewirtschaftete sie das Alte Kurhaus. „Ohne sie würde es das alles hier nicht geben“. Nach dem kurzen Innehalten applaudierte das Publikum in Gedenken an die Förderer.

Einen standesgemäßen Einstieg in das Fest legte die Band „Sparkling“ hin. Der chillige Indie-Sound der drei Kölner, die gegen 15.45 Uhr friesisch etwas ungelenk aber immerhin gut gemeint mit „guten Morgen“ grüßten (ihnen schallte ein sattes „Moin“ zurück), sorgten für den ersten Höhepunkt. Auf der Palette drehte Flowin Immo an den Plattentellern durch. Das deutsche Hip-Hop-Urgestein hatte mit seiner zur Musik passenden interaktiven Wortakrobatik sofort das Publikum auf seiner Seite. Er formt Lieder aus zufälligen Begriffen, die ihm das Publikum vorsagt. Ein kreativer Genuss, auch wenn er bei der Kombination aus Ananas, Banane und Milchschaum vorsorglich warnt: „Haltet euren Kindern die Ohren zu, daraus kann ich nichts Jugendfreies machen!“

Den Veranstaltern geht es um mehr „als nur Berieselung“, betont Sofie Buchwald vom WES-Orga-Team. Sich auf Neues einlassen, neugierig sein, das legt das Team um Festival-Chef Till Krögeloh als Maßgabe an – und die rund 5000 Zuschauer folgen begeistert.

Musik und Literatur im Zelt

Im Zelt, welches dieses Jahr in neuer Pracht erstrahlt, wechseln sich Musiker und Lesungen ab. Highlights des Freitags, ganz subjektiv. Irma, gebürtige Kamerunerin und Wahl-Französin, mit inhaltvollem Soul-Pop; Die Sauna, die einen Hauch von Isolation Berlin (aber auch irgendwie nicht) an den Strand zaubern und sich post-punkend mit der Welt auseinandersetzen; die Giant Rooks, die für den ersten Massenauflauf vor der Hauptbühne sorgen; und die Goldenen Zitronen, die das Zelt zum Platzen bringen.

Unerwähnt dürfen aber nicht bleiben: Sophie Hunger und Headliner Max Herre. Hunger vereinte die vielen musikalischen Einflüsse, die sie in ihren Liedern erkundet, zu einem mitreißenden Set. Ihr „Minimal-Electro-Folk“ passt nahezu perfekt direkt ans Meer, wo seit jeher Gegensätze aufeinanderprallen – genau wie in den Liedern der Schweizerin. Hunger Stimme, die teils düsteren und durch synthetische Klänge bestimmten Melodien sowie die jazzige Attitüde kommen definitiv live besser rüber als vom Plattenteller.

Max Herre fährt derweil groß auf. Videoleinwand, Background-Sängerin und Joy Denalane! Bekanntes und Neues, wie zum Beispiel von seinem Ende des Monats kommenden Album „Athen“, ein unter der Menschenmasse verschwundener Strand, ein bisschen Freundeskreis, ein bisschen Früher, aber dennoch ganz im Hier und Jetzt. Ein mehr als würdiger Freitag-Abschluss auf der Hauptbühne.

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