Dangast - Nun ist es auch schon wieder vorbei: Tausende Besucher haben sich am Wochenende bei der fünften Auflage des Watt-en-Schlick-Festes in Dangast verzaubern lassen.

Im vergangenen Jahr wurde das Fest mit dem „Helga!“-Award, dem Oscar der deutschen Festival-Szene, in der Königsdisziplin „Bestes Festival“ ausgezeichnet. Eine Sensation für ein vergleichsweise so kleines und junges Festival. Doch wer sich auf dem Festival umhört, stellt schnell fest: Die Sensation kommt nicht von ungefähr.

Die Geschwister Nico und Johanna Kallusky etwa schätzen die besondere Atmosphäre des Watt-en-Schlick. Für das Festival kommen sie zurück in ihre Heimat, um mit Freunden zu feiern, die sie oft nur einmal im Jahr sehen. „Ein Festival am heimischen Strand – wann hat man so was schon mal?“, fragt Johanna Kallusky. Dieses Festival wird ihr wohl besonders lange in Erinnerung bleiben: Am Sonntag wurde die 26-Jährige überraschend deutsche Meisterin im Schlickrutschen.

Tolles Publikum beim Watt-en-Schlick-Festival

Auch Antje Wilke und Merle Neumann sind nicht zum ersten Mal hier. Die beiden 24-Jährigen kommen ursprünglich aus Varel, der Bezug zur Heimat ist für sie nur einer von vielen Gründen, das Festival immer wieder zu besuchen. Antje Wilke sagt: „Etwas Vergleichbares gibt es nicht in der Region. Schön ist, dass man hier immer viele neue Bands entdecken kann.“ Merle Neumann sagt dazu: „Aber man kommt auch nicht nur wegen der Musik her.“ Für sie trägt vor allem der Strand zum besonderen Flair des Watt-en-Schlick bei: „Der Blick aufs Meer ist ja auch für die Bands toll.“ Bereichernd finden die beiden, dass das Festival von so vielen Familien besucht wird.

Die Familienfreundlichkeit betont auch Christian Schmitz. „Es wird hier viel für die Kleinen geboten“, sagt der Oldenburger. Aber nicht nur dies: „Die Kulisse am Strand ist ganz klasse, es gibt hier sehr viel unterschiedliche Musik, ebenso unterschiedlich ist das Publikum – vom Baby bis zum Rentner ist alles vertreten. Und das direkt vor der Haustür.“

Wer unter anderem dazu beiträgt, dass „viel für die Kleinen geboten“ wird, sind Luisa Redenbacher und Yoni Bakker. Die Illustratorinnen aus Groningen erstellen während der drei Festivaltage mit Kindern eine kunterbunte Collage zum Thema Wattenmeer. Die beiden sind zum ersten Mal beim Watt-en-Schlick – und sind begeistert. Luisa Redenbacher glaubt, „was das Festival besonders macht, ist, dass man merkt, wie die Leute hiermit verbunden sind.“ Sie betont auch die Mentalität der Menschen: „Es sind alle total nett. Die Freundlichkeit und Gelassenheit, mit der man hier empfangen wird, macht viel aus.“

Die Helfer des Festivals heben das familiäre Wesen der Festival-Leitung hervor, das sich auf die gesamte Crew und auf das ganze Fest auswirke: „Das ist wie eine große Familie. Hier wird jeder sehr wertgeschätzt“, findet etwa die 45-jährige Helferin Imke de Vries. Man erlebe bei dem Fest, so sagt sie, wie unterschiedlich Menschen sein können und wie sie dennoch miteinander klarkommen.

Es scheint fast, als sei Festivalleiter Till Krägeloh seiner „Vision von einem friedlichen Fest für alle Generationen an einem einzigartigen Ort“ wieder ein Stück näher gekommen.