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NWZonline.de Nachrichten Kultur

Staatstheater: Das Abenteuer einer Wahl

16.01.2013

Oldenburg /Hannover Um 11.30 Uhr startet am Donnerstag die Sitzung im Oldenburger Rathaus. Ihr Ende schien bereits in der vergangenen Woche beschlossen und besiegelt zu sein. Aus dem Kulturministerium in Hannover verlautete stolz und bündig, nun stünde die Wahl des neuen Generalintendanten für Oldenburg an, man hoffe am 17. Januar auf ein sehr zügiges Ergebnis.

Drei Tage vor der Wahl

Hannover darf das sagen, denn Hannover hat in Oldenburg das Sagen. Und weil das Land den Großteil der Kosten des Staatstheaters trägt (75 Prozent), hat es auch im Verwaltungsausschuss jene Mehrheit, die bestimmt, wer im Jahr 2014 Nachfolger von Markus Müller (39) wird. Der Intendant hatte erst im Dezember verkündet, dass er in gleicher Funktion nach Mainz wechselt. So weit, so klar.

Im Gespräch: Murat Yeginer BILD: Staatstheater

Aufgaben des Verwaltungsausschusses

Das Staatstheater Oldenburg (24,5 Millionen Euro Etat, 438 Mitarbeiter) wird nach einer Vereinbarung zwischen dem Land Niedersachsen und der Stadt Oldenburg von 1963 vom sogenannten Verwaltungsausschuss gefördert und kontrolliert. Er soll mindestens viermal jährlich tagen und Niedersachsens Kulturminister auch Vorschläge für die „Anstellung und Entlassung des Intendanten“ machen.

  Infos unter: www.staatstheater.de

Doch in den vergangenen Tagen erhoben sich kritische Stimmen, nicht nur bei den Grünen im Stadtrat Oldenburg, der – zwar nicht sehr – aber immerhin ein Wörtchen mitredet. Zumindest die vom Stadtrat entsandten Ausschussmitglieder von Grünen und SPD ließen verlauten: nicht mit uns! Man möchte sich nicht drängeln lassen. Drei Tage vor der Landtagswahl wolle man noch hauruck einen Kandidaten installieren, vollendete Tatsachen schaffen. Und die Bewerbungsunterlagen oder Namen habe man auch noch nicht.

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Die ministeriumskritische Gruppe will am Donnerstag keinen Kandidaten küren. Allerdings könnte die Gruppe scheitern, da sie nicht die Mehrheit besitzt. Für die Intendantenwahl braucht es eine Zweidrittelmehrheit.

Kritik gab es am Dienstag nun auch in einem „Offenen Brief“ der Genossenschaft Deutscher Bühnen-Angehöriger (GDBA) ans Kulturministerium. Man verfolge, so die Landesverbandsvorsitzende Sabine Nolde, die Verfahrensweise mit „Verständnislosigkeit“. Eine so wichtige Personalie im Schnellverfahren zu regeln, entspreche nicht der „Sorgfaltspflicht“. Zudem beanstandet die gewerkschaftliche Organisation die „mangelnde Transparenz“. Mit „gelebter Demokratie“ habe das nichts zu tun. Die Mitarbeiter des Staatstheaters seien verunsichert und verängstigt.

Dazu tragen vielleicht auch Gerüchte bei, gewissermaßen als Theater vorm Theaterausschuss. Der Name Murat Yeginer (53) wurde als Bewerber geflüstert. Der Schauspieler war früher in Oldenburg tätig. Ein Blick zurück zeigt ihn vor allem als Komödianten. Bei einem Anruf in Pforzheim, wo er jetzt als Schauspieldirektor tätig ist, dementierte er.

Er sei nicht gefragt worden. Leider. Sein Vertrag in Pforzheim läuft aus. Doch scheint mit seiner Nennung als Kandidat auch seine Chance verbrannt zu sein. So läuft die Intendantenkür eher abenteuerlich ab. Dazu passt, dass die Mitglieder des nichtöffentlich tagenden Ausschusses nur langsam bekannt werden.

Kein Theaterfachmann

Martin Grapentin (LzO-Vorsitzender) gehört nach Angaben aus Oldenburger Kreisen dazu, Werner Brinker (EWE-Chef), Monika Schnetkamp, Unternehmerin und Sammlerin, Thomas Kossendey (CDU) von der Oldenburgischen Landschaft sowie der Landtagsabgeordnete Björn Thümler (CDU). Zudem die Oldenburger Stadträte Ursula Burdiek und Jens Freymuth (beide SPD), Esther Niewerth-Baumann (CDU) sowie Sebastian Beer (Grüne). Federführend im Ausschuss ist Kulturministerin Johanna Wanka (CDU). Das ist eine illustre Truppe von zehn stimmberechtigten Ausschussteilnehmern: sechs Mitglieder vom Land, vier von der Stadt.

Eine öffentliche Ausschreibung für die Intendanz gab es nicht. Von einer Findungskommission hat man nichts gehört. Keiner im Ausschuss (man kann sich auch vertreten lassen) ist übrigens ein Bühnenfachmann. Sieht man davon ab, dass sie bestimmt alle schon mal im Theater waren. Hoffentlich im Staatstheater.

Dr. Reinhard Tschapke Redaktionsleitung / Kulturredaktion
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