Wildeshausen - Alfred Panschar erinnert sich noch gut. „Ich war ein Junge, und mein Vater hat mir immer Postkarten geschenkt“, erzählt der heute 76-Jährige. Damit fing seine Begeisterung für die Geschichte Wildeshausens an. Fein säuberlich wurden die Karten sortiert. Dann bekam er seine erste eigene Kamera. „Ich machte Fotos, wie sich die Stadt veränderte und wie die Plätze von den Postkarten dann in meiner Jugend aussahen.“
Heute sind auch diese Bilder wieder Geschichte. Doch Panschar fotografierte nicht nur. Er sammelte alles über Wildeshausen, was er bekommen konnte, kaufte alte Fotos, bekam Nachlässe und archivierte. Seine Sammlung ist ein Gedächtnis der Stadt. Und dieses Gedächtnis verschmilzt nun mit einem anderen – mit dem des Bürger- und Geschichtsvereins.
„Das ist eine wichtige Zusammenführung“, sagt Vorsitzender Bernd Oeljeschläger. Über Geld wird dabei nicht gesprochen, sondern über die historischen Schätze, die nun unter einem Dach vereint sind. Die Archive Aufderheide und Bahrenburg, alte Kirchenbücher, Grundstückskataster und Familienchroniken werden nun zusammengeführt mit den Schätzen von Alfred Panschar.
Der bringt nicht nur sein Archiv ein, sondern auch sein Wissen, betont Oeljeschläger.
Was die Stadt selbst nicht leistet, passiert beim Bürger- und Geschichtsverein weitgehend in ehrenamtlicher Arbeit. Im historischen Rathaus hat man einen kleinen Raum, in dem die Geschichte der Stadt nicht nur lebt, sondern vor allem für spätere Generationen erhalten wird. Ein Archiv, das zeigt, wie sich Wildeshausen in der Vergangenheit verändert und entwickelt hat.
Im Mittelpunkt stehen zigtausende Fotos, die ältesten noch aus dem 19. Jahrhundert. Seit 2001 kümmert sich der 200 Mitglieder starke Verein um die Stadtgeschichte, organisiert Ausstellungen, hält Vorträge, steht Bürgern und Schulen zur Verfügung. Und Oeljeschläger räumt durchaus ein, dass man sich da bisweilen noch etwas mehr Unterstützung aus dem Rathaus wünschen würde. Schließlich übernehme der Verein eine wichtige Aufgabe für die Stadt. Denn auch für eine Kommune ist ein gutes Gedächtnis eines der höchsten Güter.
