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NWZonline.de Nachrichten Kultur

LITERATUR: Das ideale Seemannsgarn

15.01.2009

OLDENBURG Zwar gilt Edgar Allan Poes „Arthur Gordon Pym“ inzwischen als eines der einflussreichsten Werke der amerikanischen Literatur, doch wurde der Roman lange unterschätzt oder als Kuriosum abgetan. Poe ließ es hier so gewaltig orgeln, als hätte er Umberto Ecos Bonmot gekannt, ein Klischee sei banal, tausend Klischees aber seien ergreifend.

Denn die Geschichte Arthur Gordon Pyms verknüpft sämtliche Motive der klassischen Seeabenteuerromane von blinden Passagieren, Meutereien, Schiffbrüchen, Geisterschiffen, Kannibalismus, exotischen Wesen und wilden Völkern, unentdeckten Gestaden und gefahrvollen Passagen zum geradezu idealtypischen Seemannsgarn. Und je älter es wurde, als desto haltbarer erwies sich dies Garn.

Die Neuübersetzung basiert auf der einzigen vollständigen Ausgabe des Romans, die von Poe autorisiert wurde, doch haben es die Herausgeber nicht nur auf eine integrale deutsche Fassung des Textes abgesehen. Vielmehr unternehmen Schmid und Farin mit ihren klugen, häufig witzigen Kommentaren und Anmerkungen den glänzend gelungenen Versuch, den Textkörper „Arthur Gordon Pyms“ zu obduzieren und eine Anatomie seiner Voraussetzungen und Entstehung, seines Aufbaus und seiner Strukturen und schließlich seiner Wirkungen zu liefern.

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Besonderes Augenmerk gilt Poes Quellen, die neben literarischen Vorbildern aus enzyklopädischem Material, Logbüchern, Schiffsarchiven und Forschungsberichten bestanden. Der Anhang bietet eine Leseliste Poes, die jene Titel umfasst, aus denen sich der Autor unbefangen bediente. „Poe ist das Kunststück gelungen, aus einem Roman, der mindestens zu einem Fünftel die Texte anderer Autoren kopiert oder paraphrasiert (wenn man die mehr oder minder deutlichen Spuren hinzuzählt, die weitere Texte in dem Buch hinterlassen haben, kommt man auf ein Drittel), ein durch und durch persönliches Werk zu machen.“

Poe selbst sah seine Leistung zutreffend „im Absurden, das zum Grotesken gesteigert ist; im Fürchterlichen, das ins Schreckliche umgefärbt ist; im Witzigen, das zum Burlesken übertrieben ist; im Sonderbaren, das zum Fremdartigen und Mystischen umgeformt ist.“

Poe, dessen Bild der Nachwelt zum Klischee eines morbiden Melancholikers und Vollalkoholikers gerann, gelang mit „Arthur Gordon Pym“ eine geglückte Synthese aus analytischem Verstand und hellem Witz.

Und wenn es stimmt, dass der Rang eines Werks daran zu erkennen ist, dass der Prozess seines Verstehens nie ein Ende findet, dann ist Pym zweifellos ein Kunstwerk ersten Ranges.

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