Littel - Wenn Werner Momsen über das Leben sinniert, ist ihm die Aufmerksamkeit des Publikums sicher. Mit jedem Lacher wird deutlich: Hier hat er allzu Menschliches auf den Punkt gebracht. Und es gibt viele Lacher. In kürzester Zeit ist vergessen, dass der kauzige Werner Momsen eine Puppe ist und in Wirklichkeit von dem in Schwarz gehüllt hinter ihm agierenden Detlef Wutschik Leben eingehaucht bekommt.
Mit seinem Programm „Die Werner Momsen ihm seine Soloshow“ gastierte er am Freitagabend im nahezu ausverkauften Gasthof Dahms in Littel. Dort gab der – wie er sich selbst beschreibt – „nicht aus einer Eizelle geschlüpfte, sondern aus einem Schaumstoffblock geschnittene“ Komiker einen Einblick in seine Gedankenwelt und machte zunächst einmal deutlich: „Heute ist ein historischer Tag. Donald Trump ist als Präsident der Vereinigten Staaten vereidigt. Werner Momsen ist in Wardenburg. Und wir haben auch Gäste aus Wuppertal.“ Damit war ihm der erste Lacherfolg sicher. Und auch wenn Momsen mahnte, man müsse das Leben entschleunigen („Das geht am besten auf Plattdeutsch – hört sich zumindest langsamer an“), brachte er seine Pointen in schnellem Tempo, sprang von Thema zu Thema, schweifte ab, kam zum Ausgangspunkt zurück und ließ keine Zeit für Langeweile. Ob Zeitumstellung („Wo ist eigentlich diese Stunde, wenn sie von März bis Oktober weg ist?“), Kreuzfahrten („Auf diesem Sektor hat sich in den letzten 500 Jahren ja viel getan. Die haben richtig schöne Schiffe mittlerweile“), das Wetter, der „größte deutsche Philosoph Rainer Calmund“ oder die Fastenaktion „Sieben Wochen ohne“ („Sieben Wochen ohne Sport geht ganz gut“) – Werner Momsen traf immer ins Schwarze. Das Geheimnis seines Erfolges: Ein bisschen Werner Momsen steckt in jedem von uns. Und so tobte der Saal, zumindest für norddeutsche Verhältnisse. „Was hier abgeht heute Abend, das ist für Norddeutschland schon fast Karneval“, freute sich Momsen.
Überhaupt, Norddeutschland: Die Eigenarten der Norddeutschen sind der Dreh- und Angelpunkt seines Programms, denn schließlich behauptet er von sich selbst „Wo ich bin, ist Norden“. Für Zugereiste beschreibt er Norddeutschland so: „Angekommen bist du hier, wenn du acht Stunden aufs Wasser gucken kannst, ohne was zu denken. Und wenn die Norddeutschen mal denken, kommt sowas dabei raus wie Boßeln.“
Wer mehr erfahren möchte über die Eigenarten seiner Mitmenschen – und vielleicht auch über seine eigenen – kann Werner Momsen mit seiner neuen Show „Schaum vorm Mund“ am 7. April in Oldenburg erleben. M
