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NWZonline.de Nachrichten Kultur

Das sind die Gewinner des Deutschen Hörbuchpreises

29.01.2016

Köln /Berlin Die Berliner Schauspieler Lars Eidinger (40) und Sophie Rois (53) sind mit dem Deutschen Hörbuchpreis ausgezeichnet worden. Das teilte am Donnerstag der WDR mit, einer der wichtigsten Unterstützer des Preises. Neil MacGregor, Gründungsintendant des Humboldtforums in Berlin, wurde für das beste Sachhörbuch gewürdigt.

Eidinger gelinge es meisterhaft, in „Der Planet Trillaphon im Verhältnis zur Üblen Sache“ von David Foster Wallace die „emotionale Achterbahnfahrt“ des depressiven Erzählers erlebbar zu machen, urteilte die Jury. Wallace war selbst schwer depressiv.

Sophie Rois wird ausgezeichnet für ihre Darstellung der Titelfigur in Alina Bronskys Roman „Baba Dunjas letzte Liebe“. „Sophie Rois liest nicht vor, sie ist Baba Dunja“, lobte die Jury.

Eidinger ist vor allem als Bühnen- und TV-Schauspieler bekannt - etwa als Mörder aus dem Kieler „Tatort“ „Borowski und der stille Gast“ oder als „Hamlet“ und „Richard III.“ an der Berliner Schaubühne. Die in Österreich geborene Film- und Theaterschauspielerin Sophie Rois spielt etwa an der Berliner Volksbühne.

Das beste Hörspiel machten nach dem Urteil der Jury der Regisseur Christoph Kalkowski und der Komponist Raphael D. Thöne. Sie setzten den Roman „Wir“ von Jewgenij Samjatin um und erzeugten damit einen Sog, dem sich kein Zuhörer entziehen könne.

Als „Bestes Sachhörbuch“ überzeugte „Deutschland. Erinnerungen einer Nation“ von Neil MacGregor, dem ehemaligen Direktor des British Museum - und Gründungsintendanten des Humboldtforums in Berlin. Sprecher Burghart Klaußner und Regisseur Burkhard Schmid gelingt es nach Meinung der Jury es auf überzeugende Weise, MacGregors Geschichtsminiaturen erzählerisch zu fassen.

Für die beste Unterhaltung wird der Münchner Schauspieler und Sprecher Philipp Moog ausgezeichnet. An seiner Lesung von Mario Giordanos Krimi-Parodie „Tante Poldi und die sizilianischen Löwen“ gefiel der Jury neben feiner Ironie der „hörbare Spaß an bayerischer Mundart und italienischem Parlando“.

Der Hörverlag und der Bayerische Rundfunk bekommen den Preis für die beste verlegerische Leistung. Die Höredition „Die Quellen sprechen“ versammelt Quellentexte und Zeitzeugenberichte zur Verfolgung und Ermordung der europäischen Juden durch das nationalsozialistische Deutschland. Der Hörverlag machte den ersten Teil des umfangreichen Projektes nun auch als Hörbuch zugänglich. Die Jury würdigt es als wichtiges Mahnmal.

Den Sonderpreis, der alle zwei Jahre vergeben wird, nimmt erstmals ein Ensemble entgegen: Oliver Rohrbeck, Jens Wawrczeck und Andreas Fröhlich, die als „Die drei ???“ Generationen von Kindern und Jugendlichen spannend unterhalten haben. Verliehen werden die Preise zum Auftakt des Kölner Literaturfestivals „Lit.Cologne“ am 8. März von Götz Alsmann.

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