Immer - „Hoffentlich nicht Geige.“ Das ging Stefan Bröning durch den Kopf, als sich Töchterchen Lena vor einigen Jahren nach einem Instrument umsah. Noch immer schüttelte es ihn, wenn er sich daran erinnerte, wie sein Großvater das Streichinstrument bearbeitet hatte. „Das war ein einziges Gekratze.“ Aber wie das Schicksal so spielt: Lena wollte eine Geige, kein anderes Instrument. Mit „Gekratze“ hatte und hat ihr Spielen allerdings nichts zu tun. Im Gegenteil: Am Pfingstsonntag, 19. Mai, nimmt die mittlerweile 14-Jährige gemeinsam mit zwei weiteren jungen Musikern am Bundeswettbewerb „Jugend musiziert“ in Erlangen teil.
Aber von Anfang an. Fünfeinhalb war Lena, als sie mit dem Geigenspielen begann. Warum ausgerechnet das Streichinstrument mit den vier Saiten? „Das Spiel ist einfach schön.“ Und: Es bringe zum Beispiel nach Stress oder Ärger wieder auf andere Gedanken, helfe, den Kopf freizukriegen. Manchmal spiele sie, „was mir gerade in den Kopf kommt, wie mir gerade ist“.
Beim Wettbewerb „Jugend musiziert“ kommt die Schülerin der Musikschule Delmenhorst auch mit 14 Jahren schon auf einige Erfahrung. Viermal hat sie sich beteiligt – zweimal als Solistin, einmal im Geigen-Trio, einmal im Duo. Zweimal schaffte sie es bis zum Landeswettbewerb.
Diesmal macht die Gymnasiastin in einer andere Kategorie von sich hören – „Klavier-Kammermusik“. Gemeinsam mit dem Delmenhorster Nicolas Sterbies (13 Jahre, Klavier) und der Oldenburgerin Verena Heinemann (elf, Cello) studierte sie seit September 2012 zwei Sätze aus Haydns Klaviertrio Nr. 39 G-Dur und das Jet-Set-Trio des zeitgenössischen Komponisten Helmut Schmidinger ein. Das Zusammenspiel sei schon eine Herausforderung, sagt die 14-Jährige: „Das Klavier ist temperiert gestimmt. Das müssen die Streicher anpassen.“
Was folgte, kann wohl schon jetzt als Erfolgsgeschichte gelten: Im Januar holte das Trio beim Regionalwettbewerb von „Jugend musiziert" im Oldenburger PFL einen 1. Preis und qualifizierte sich für den Landesentscheid in Hannover – wo die Drei im März noch einen draufsattelten und sich mit einem 1. Preis die Fahrkarte für den Bundesentscheid sicherten.
Ob sie denn Lampenfieber hat? Lena nickte. „Ich bin hinterher aufgeregter als vorher.“
Was die Platzierung angeht, hat das Trio seine Erwartungen lieber niedrig angesetzt. „Aber wenn ein 2. oder 3. Preis herausspringt, das wär’ schon schön.“
