Ganderkesee - Bücher über Ganderkesee, das wissen Gerold Ahlers und Dieter Paul, gibt es in einiger Auswahl. Historische Abhandlungen etwa, Bildbände mit den Schokoladenseiten, auch mit alten Motiven. Nur: Die Entwicklung des Ortes, so sagen die beiden, sei nirgends festgehalten. Vor wenigen Jahren ist der Orts- und Heimatverein (OHV) Ganderkesee angetreten, das zu ändern. Dieter Paul begann, unterstützt von Gerold Ahlers und anderen, Bilder und Fakten zusammenzutragen. Das Ziel: „eine Datenbank für Ganderkesee“.

Wie sehr und wie schnell sich der Ort verändert, das sei ihm klar geworden, als befreundete Ex-Ganderkeseer nach 25 Jahren zu Besuch waren, erinnerte sich Ahlers. „Die sind aus allen Wolken gefallen.“ Sicherlich sei vieles vom „alten Ganderkesee“ bei Kriegsende zerstört worden, aber danach habe sich weit mehr geändert. „Und die Änderungsgeschwindigkeit hat zugenommen“, ist Dieter Paul überzeugt.

Um Geschichte und Entwicklungen des Ortes festzuhalten, hatte der OHV 2009 einen ersten Aufruf gestartet: Er bat, alte Fotoalben zur Verfügung zu stellen. Über einen Grundstock habe man da schon verfügt, etwa über eine Zusammenstellung alter Aufnahmen von Heinz-Günter Vosgerau und eine Foto-Sammlung aus dem Hause Schütte-Kühn, an der früher auch Herbert Witte und Herbert Kruse mitgewirkt hätten.

2010, als der Ort sein 1150-jähriges Bestehen feierte, steuerte der Verein eine Bilderschau bei, „Ein Dorf im Wandel“. Was Ahlers wunderte: „Die meisten Bilder kamen erst nach der Ausstellung.“ Mehr und mehr gewann das „Unternehmen Datenbank“ an Konturen.

2010 übernahm Dieter Paul die, wie er sagte, „Bilder-Sammelei“. Dieser Begriff allerdings ist schiere Untertreibung: Der Ganderkeseer digitalisiert die Bilder und ordnet ihnen die bislang bekannten Informationen zu, zum Beispiel über das Motiv oder die Quelle. Auch greift er selbst zur Kamera, um den Status quo festzuhalten. „Zehn bis 15 Stunden pro Woche“ investiert er in diese Tätigkeit. Bisheriges Fazit: etwa 4500 Aufnahmen samt Informationen.

Manch ein Motiv, so weiß Gerold Ahlers, komme häufiger vor: „Die Dampflok unter der Urneburger Brücke gibt’s aus allen Ecken und Kanten.“ Anderes fehle – wie etwa Aufnahmen vom ehemaligen Textilhaus Tönnies an der heutigen Rathausstraße, das im Zweiten Weltkrieg abbrannte. Schwierig sei oft die zeitliche Einordnung, weiß Dieter Paul. Denn auf etlichen Aufnahmen gebe es kein Datum.

Wer noch (alte) Aufnahmen aus Ganderkesee zur Verfügung stellen kann, den bitten die beiden, sich unter t   04222/1538 bei Gerold Ahlers zu melden.