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NWZonline.de Nachrichten Kultur

Deep Purple & Black Sabbath: Vom Urknall des Hardrock vor 50 Jahren

07.04.2020

Oldenburg Gab es eigentlich eine Art Urknall der Rockmusik? Eine Band, die alles ins Rollen brachte? Ein bestimmtes Album, auf das sich ein gesamtes Genre begründet und bis heute beruft? Für viele Fachleute gilt der Beatles-Klassiker „Sgt. Pepper’s Lonely Hearts Club Band“ als erste Rockscheibe der Musikgeschichte. Das Werk entstand 1967, doch erst drei Jahre später, im Sommer 1970, sollte die Saat flächendeckend aufgehen. Dafür verantwortlich waren insbesondere Deep Purple und ihr Album „In Rock“ sowie Black Sabbath mit „Paranoid“.

Mit der Tragödie von Altamont ging im Dezember 1969 ein Jahrzehnt in musikalischer Hinsicht ähnlich desaströs zu Ende, wie es sich durch Vietnamkrieg, das Attentat auf John F. Kennedy und den Sechstagekrieg in Israel auch politisch dargestellt hatte: Mitglieder einer Abordnung der Motorradgang Hell’s Angels, die von den restlos überforderten Organisatoren eines Open-Air-Konzerts der Rolling Stones als Ordner engagiert worden waren, erstachen vor den Augen von Mick Jagger & Co. vor der Bühne einen farbigen Zuschauer.

„Noch bevor wir unseren ersten Song starteten, roch es bereits förmlich nach einer Katastrophe“, erinnerte sich später Stones-Schlagzeuger Charlie Watts. „Wir sahen ein Meer aus Menschen, die offenkundig nicht mehr von dieser Welt zu sein schienen. Die meisten Jungs waren total zugedröhnt, die Mädchen halbnackt, und auch die Hell’s Angels hatten den ganzen Tag über getrunken und Drogen eingeworfen.“

Rauschmittel, speziell die damalige Modedroge LSD, hatte es wenige Monate zuvor zwar auch beim legendären Woodstock-Festival gegeben, dort jedoch zu einem großen „Love, Peace & Freedom“-Happening geführt. Durch dieses Ereignis euphorisiert, forderte die Jugend zu Beginn der Siebziger eine buntere, fröhlichere und vor allem friedfertigere Zukunft, mit frischen Bands, Musikern und Ideen.

Diese lieferte prompt eine neue Musikergeneration aus England, allen voran die Band Deep Purple mit ihrem exzentrischen Gitarristen Ritchie Blackmore, der den legendären Satz prägte: „Ich spiele jedem anderen Gitarristen den Arsch ab.“ Bereits im Titel ihres 1970er Albums „In Rock“ artikulierten die Musiker unmissverständlich, worum es ihnen ging.

Tatsächlich schufen Deep Purple einen echten Meilenstein, mit richtungsweisenden Songs wie „Speed King“ oder „Child In Time“. Zwei Jahre später erfand Blackmore dann das berühmteste Gitarrenriff der Musikgeschichte: das Intro von „Smoke On The Water“.

Nur wenige Wochen nach Veröffentlichung von „In Rock“ setzten Deep Purple’s Landsleute Black Sabbath der Scheibe in puncto Härte noch einen drauf. Bereits im Februar 1970 war das Debüt der aus Birmingham stammenden Gruppe erschienen, ein düsteres Opus voller Antagonismen, fragwürdigen Parabeln und apokalyptischen Allegorien. Für ihr zweites Album „Paranoid“ reichten die bis dato geltenden Kategorisierungen harter Musik nicht mehr aus. Die Scheibe klang finsterer, gemeiner, wie aus härtestem Stahl geschmiedet, der Oberbegriff Heavy Metal war geboren.

Passend dazu auch das wilde Verhalten von Black Sabbath-Sänger Ozzy Osbourne, der bei amerikanischen Tierschützern und Sittenwächtern mehrfach blankes Entsetzen hervorrief: Mal biss Osbourne auf der Bühne einer lebenden Fledermaus den Kopf ab, ein anderes Mal bewarf er sein Publikum mit rohem Fleisch.

Als er in den Achtzigern gegen das US-Nationalheiligtum Fort Alamo urinierte, kochte die texanische Volksseele und verhängte eine für den gesamten Bundesstaat geltende, zehnjährige Einreisesperre. Erst zu Beginn der Neunziger durften Black Sabbath wieder auftreten, auch weil Ozzy sich mit einer großzügigen Spende und verbalem Kniefall entschuldigt hatte: „Ich hoffe, jeder sieht, dass ich erwachsen geworden bin.“ Rock und Metal waren es zu diesem Zeitpunkt ebenfalls.

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